Anfang Juni 2008 war es endlich soweit.
Wir hatten uns für meinen Vater zum 60. Geburtstag ein ganz besonderes
Geschenk ausgedacht. Einige Tage, die ein Oldtimer- und Flugzeugbegeisterter,
wie er, so schnell nicht vergessen sollte.
Hier unser Plan:
Wir schickten ihn gemeinsam mit meiner Mutter (die natürlich eingeweiht war aber
nichts verraten durfte) nach München zum Frühstücken,
BMW Welt ansehen, usw. Was er nicht wusste: Inzwischen hatte ich einen
Autotransportanhänger besorgt und hatte still und heimlich
seinen Jaguar Oldie verladen. Die Reise ging über Stuttgart, wo ich meinen
Bruder Dani aufgabelte, weiter nach Zürich. Genauer gesagt
nach Dübendorf. Und jeder begeisterte Modellflieger kennt Dübendorf - besser die
Militärbasis mit dem riesigen Flugplatz dort.
Hier findet z.B. die international bekannte Modellflug-Veranstaltung "E-Jets
over Dübendorf" statt.
Und wer sich auch schon mal mit der Ju-52 beschäftigt hat, dem sagt die Ju-Air (http://www.ju-air.com),
die dort mit 4 Maschinen
stationiert ist, selbstverständlich auch etwas.
An diesem Tag waren die Ju-Männer mit einer ihrer Maschinen in München
Oberschleißheim um auf dem dortigen Flugtag
Rundflüge anzubieten. Ab 18 Uhr ging es zurück in die Schweizer Heimat. Und
genau diesen Flug hatten wir für meine beiden Eltern
gebucht. Was sogar wir nicht wussten: Es war sogar ein sehr exklusiver Flug,
denn außer einem weiteren Passagier,
den beiden Piloten und einer Stewardess war niemand an Board. Umso familiärer
war die Atmosphäre. Mein Dad durfe den halben
Flug im Cockpit verbringen und sogar der Landung komplett beiwohnen.
Aber der Reihe nach: Nach dem die beiden also den Tag in München verbracht
hatten, ging es Abends nach Oberschleißheim.
Und dort wartete zur Überraschung meines Dads die Ju auf ihn. Und immer noch in
dem Glauben "nur" einen Rundflug geschenkt zu
bekommen stieg er ein. Als dann die Passkontrolle kam, musste es ihm vielleicht
schon gedämmert haben, dass es nicht nur
kurz über München gehen sollte.
Knapp eine Stunde, und einen atemberaubenden Flug mit Blick auf Alpen und
Bodensee später, landete die Ju sicher in Dübendorf.
Mein Bruder und ich waren schon eine Stunde vorher eingetroffen und hatten den
Jaguar entsprechend sichtbar an der Taxiway positioniert.
Die Überraschung war natürlich perfekt. Auch die ausgesprochen freundliche
Ju-Besatzung fand unsere Idee klasse. So wurde uns
beiden ermöglicht auch noch den Flugplatz zu betreten um die Ju genau zu
inspizieren. Sogar im normalerweise zu der Zeit
geschlossenen Schweizer-Luftfahrt-Museum durften wir uns noch etwas umsehen und
viele Fotos knipsen.
Danach ging es ins Design-Hotel Greulich zum frisch machen und später in die
Innenstadt von Zürich wo wir uns alle erst mal bei
bestem Essen und Trinken erholen konnten.
Am nächsten Morgen nach einen ausgiebigen Frühstück hielt mich und meinen Vater
aber nichts mehr. Ein Ausflug führte uns vor
die Tore Zürichs und ich konnte den Belliker Hang mit meiner Alpina 2501
erforschen.
Trotz der auf den Fotos teils bedrohlich wirkenden Wolken war der Hangaufwind
perfekt und ich konnte zum ersten Mal auch etwas
relaxen.
Am späteren Nachmittag, nach einem weiteren Shopping-Bummel durch Zürich mussten
wir alle leider schon wieder die Heimreise
antreten. Mein Dad in seinem geliebten Jaguar - mein Bruder und ich mit leerem
Autoanhänger.
Unser geniales Flug- und Oldtimer-Wochenende war vorbei.
Ich kann abschließend nur jedem Oldtimer- oder Ju52-Begeisterten empfehlen mal
so einen Flug mit Ju-Air zu machen.
Die Freundlichkeit des Personals und die perfekt restaurierten Maschinen mit den
original BMW Sternmotoren machen einen solchen
Flug zu einem Erlebnis an das man sich noch lange erinnert.
Und hier noch einige Fotos zum Event:
Die Ju-52 rollt nach der Landung mit tiefem Brummen der
Sternmotoren die Taxiway rein.
Mein Vater (links) ahnt vielleicht bereits was kommt.
Perfekter Service der Münchner Polizei: Passkontrolle ganz bequem direkt am
Flugzeug.
Der Captain auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz.
Bitte alles einsteigen!
Ein erster Blick in das
Cockpit. Ein Leckerbissen für alle Freunde historischer Flugzeuge.
Der Copilot beim Preflight-Check.
Take-Off von München-Oberschleißheim.
Dieses Erlebnis will natürlich auf Zelluloid festgehalten werden. (Movie folgt!)
Trimmrad aus Holz -
Wunderschön!
Blick in die Kabine. Schalldämmung? Fehlanzeige!
Nix GPS! Navigation nach Alter Väter Sitte per Karte.
Eine perfekte Aussicht bei Kaiserwetter.
Original BMW Sternmotor. Der herausstehende Stab ist Teil der Tankanzeige per
Schwimmer.
Motorensteuerung im Cockpit.
Ein Blick aus dem Fenster verrät wieviel Sprit noch in den Tanks ist.
So sieht es der Pilot mit dem besten Arbeitsplatz der Welt. (Meine Meinung!)
Arm aus dem offenen Fenster und mit 100 km/h in 300m Höhe über die Landschaft
ziehen.
Wir nähern uns dem Bodensee.
Der Sound der bulligen Sternmotoren verursacht zwangsläufig Gänsehaut.
Die Landung ist geglückt.
Die sehr sympathische Stewardess holt uns ab zur Besichtigung der Ju.
Einige Einblicke ins Museum: Vorne AT-6, hinten Me-108
Wunderschöne Mustang mit ausgebautem Motor.
Bücker Jungmeister
und Bleriot
Am nächsten Morgen gings zum Segeln.
Steife Brise am Belliker Hang nahe Zürich.
Ready for Take-Off.
Das Rumturnen mit der kl. Alpina setzte dem Wochenende die Krone auf.