Die Seiser Alm in den Dolomiten,
nahe Bozen, ist wohl für jeden Modellsegelflieger das Mekka.
Wer hier schon geflogen ist, der darf sich wirklich was drauf einbilden.

Dieser Startplatz ist für mich persönlich DER Startplatz! Alles andere kannst du
im Vergleich vergessen.
Zum einen ist die Aussicht von hier grandios:
Diese größte Hoch-Alm Europas liegt auf 2000m ü.NN und vom Startplatz Spitzbühel
aus, bricht die Felswand fast 1000m
senkrecht ins Tal auf Kastelruth, Völs und Seis. Der Blick ist nicht zu
beschreiben - aber bestimmt hat jeder von euch
schon Fotos gesehen, bzw. die Szenerie vielleicht sogar schon mal virtuell mit
dem Aerofly Pro Deluxe
beflogen. Doch hier oben selbst zu stehen, und das Modell zischend knapp über
den eigenen Kopf ins Tal zu jagen,
setzt dem ganzen Modellflug die Krone auf und verursacht unweigerlich Gänsehaut
beim Piloten und dem
ein oder anderen Zuschauer.
Zum anderen ist die Seiser Alm auch fliegerisch höchst anspruchsvoll:
Die Modelle sind durch die dünne Höhenluft ca. 30 % schneller als im Tal. Durch
die starke südtiroler Sonneneinstrahlung
entwickelt sich von Mai bis September ab dem mittleren Nachmittag eine derartig
starke Thermik, dass oft aus einem
vormittäglichen lauen Nord-Ostwind ein die Steilwand hinauf brausender West wird.
Es entwickelt sich ein lokales Windsystem.
In diesem Bart brauchst du nicht zu kreisen! Die Thermik katapultiert die
Modelle förmlich in den Himmel. Wie man sich
vorstellen kann, braucht man hier mit einem filigranen Leichtwindsegler nicht
aufzukreuzen. Vor allem im Frühjahr (Mai, Juni) sind
die hier vorherrschenden Aufwinde so stark, dass Steigen mit 5 m/s Alltag wird.
Gleich daneben kann es aber auch genauso
schnell wieder bergab gehen. Somit sollten die eingesetzten Modelle eine gewisse
Festigkeit aufweisen.
Landen ist dagegen nicht allzu schwer. Hinter dem Startplatz findet sich eine
große ebene weiche Wiese, gänzlich ohne Steine.
Bei Absaufern hat man meiner Meinung nach aber wirklich ein Problem.
Außenlandemöglichkeiten bestehen nicht wirklich oder
sind ganz unten im Tal nur mit Adleraugen zu erspähen.
Ich durfte diesen September als besonderes Geburtstagsgeschenk meines Bruders
hier fliegen. Leider hatten wir auf der Alpe
nur einen ganzen Tag eingeplant und so blieb neben dem gemeinsamen Bergsteigen
für die rein fliegerischen Erlebnisse
eher wenig Zeit. Umso schöner waren die beiden Flüge mit je über 30 min aber!
:-) Ich werde sie so schnell nicht vergessen.
Und da ja Bilder (vor allem Bewegte), wie ihr wisst, mehr als tausend Worte
sagen, möchte ich hier noch einige Fotos
und ein kurzes
Video
von meinem Highlight 08 präsentieren.
Das Auto voll gepackt mit
Seglern. Vorfreude auf ein schönes Wochenende.
Der Morgen nach unserer Ankunft verspricht Kaiserwetter.
Blick aus dem Spa morgens um sieben.
Letzte Vorbereitungen an den Modellen.
Da will man auch "Kuh" sein. Die glücklichsten Kühe der
Welt sind das hier!
Stellen uns fliegerisch gewaltig in den Schatten: Bergdohle auf 2700m ü. NN
Es geht los. Unten im "Tal"
unser Hotel in Compatsch.
Vor dem Fliegen steht das Bergsteigen.
Dani schwitzend aber Happy kurz vor dem Gipfelhaus.
Schlern Gipfel auf über 2700m.
Atemberaubend ist hier nicht nur die Aussicht sondern auch die dünne Luft.
Der Startplatz in Spitzbühel.
Links zu sehen ist der Schlern, den wir kurz zuvor erklommen hatten.
Pause nach einem
wunderschönen Flug.
Auch Kollegen sind natürlich da. Zuschauen und entspannen!
Vorsicht vor den "Sacklhupfern" ! Die mögen uns "Holzflieger" nicht so gern. ;-)
Blick ins Tal. Schwindelfrei sollte man hier schon sein.
Feierabend! Es sind schließlich noch 50 Gehminuten zum Hotel.
Blick zurück. Das war ein geiler Tag!