+++ 19. Juli 2008 - Segelschlepp in Zell +++ 

ACHTUNG NEU: Unser Video vom Schlepp in der Saison 08

Am 6. Juli 08 hieß es endlich: Erster Seglerschlepp in Zell erfolgreich! Und das mit einem Team, dass bis dahin schlepptechnisch noch völlig grün hinter den Ohren war.
Für meinen Schlepppartner Stefan war es sogar der erste Alleinflug - und dann gleich ein Schlepp. Aber er macht seinen Job bislang mit Bravour und jeder Schleppflug macht
uns besser.

Als Schleppmaschine kam meine Remo 400 zum Einsatz, die wie immer mit einem hervorragend zuverlässigen und kraftvollen Motorlauf glänzte. Der Segler war mein
extra für dieses Trainig angeschaffter Easyglider mit nachgerüsteter Schleppkupplung in der Nase. Wie zu erwarten war, hat die Jodel mit dessen niedrigen Gewicht kein Problem.
Es ist im Steigflug (Vollgas) kaum ein Leistungseinbruch zu verzeichnen, wenn wir den Easyglider am Haken haben. Inzwischen haben wir den Easyglider mit einer Gewindestange
aus Metall (ins Flächenverbinderrohr geschoben) etwas mehr Gewicht verpasst. Stefan ist seitdem recht zufrieden mit dem Durchzug im Gegenwind und die Sinkgeschwindigkeit ist
dadurch nur kaum spürbar gestiegen.

Zunächst hatten wir als Schleppseil eine ca. 20m lange Nylonschnur verwendet. Aufgrund eines kurzzeitigen Failsafes des Empfängers im Anflug zum Seilabwurf ging dies aber
über der benachbarten Wiese verloren. Danach haben wir das Seil durch eine weiße Maurerschnur ersetzt, an deren beiden Enden kurze Nylonabschnitte befestigt sind.
Diese "Sollbruchstelle" hat sich auch bereits einmal bewährt, als durch eine durch mich an der Schleppmaschine zu eng geflogene Kurve (Seitenwind!) der Segler auf eine Innenbahn geraten ist,
das Seil dadurch kurz durchhing, um dann ruckartig wieder straff geogen zu werden. Ein besser trainiertes Schleppgespann hätte die Situation wahrscheinlich bereits früher erkannt
und vorher noch ausgeklinkt. Bei uns musste die Nylonschlaufe daran glauben.  ;-) Somit blieb aber der Segler und die Schleppmaschine heil und wir konnten 5min danach wieder starten.

Nachdem wir in der Zwischenzeit etwas trainiert haben, bekommt das "Bad-Wings-Team" nun schon ganz schöne Schlepps in den Himmel gezaubert.
Und wir können sagen, dass wir infiziert sind! Segelschlepp ist wirklich FUN, Leute! Und wie man sieht, braucht es zum Anfangen und Spaß haben keine teure 150ccm Wilga und
einen 7m Segler. Schon für kleines Geld und bei überschaubarem Risiko lässt sich wunderbar trainieren. Auch wenn wir natürlich nicht in so großer Höhe ausklinken können,
wie die Profis.

Damit wir euch den Mund wässrig machen, hier ein paar Fotos vom Schleppwochenende Ende Juli 08:
Danke an Gerhard für die schönen Aufnahmen!


Abendsonne und kein Wind mehr, der Motor ist warmgelaufen - das Schleppgespann bereit zum Start.

 
Stefan beim Preflight-Check am Segler                                                                                                                                                                 Startaufstellung und letzte Abstimmung der beiden Piloten

 
Ab gehts - das Gespann ist bereits bei 2 Drittel der Bahn in schöner Höhe.


Kurz vor dem Ausklinken in respektabler Höhe. (die Grenze des Zooms der Kamera ist erreicht, wie man an der Unschärfe erkennt)

 
Die Remo kommt über dem Wald herein zum Abwerfen des Seils...                                                                                                            ...und schwebt nach einer Platzrunde zur Landung ein.

 
Die Erde hat mich wieder...                                                                                                                                                                           ... und hier kommt auch schon Stefans Segler sanft zur Landung herein.




Ergänzung vom 28.9.08:

Inzwischen haben wir schon einiges an Erfahrung bezgl. Schleppgespann Easyglider an Remo DR-400 gemacht. Der ursprünglich in der Remo verbaute ASP 4-Takt Motor mit 15ccm Hubraum musste, nachdem er im Laufe der Zeit (für uns unerklärlich) immer mehr an Leistung eingebüßt hatte, gegen einen OS 4 Takter mit gleicher Hubraumzahl getauscht werden. Eine weise Entscheidung wie sich herausstellte. Der neue Motor weißt nämlich 0,3 PS mehr Leistung und noch mehr Drehmoment auf, als das chinesische Billigpendant. Und diese 0,3 PS merkt man deutlich. Während wir mit dem ASP, als er noch völlig intakt war, im Schnitt ca. 5-7 großräumige Platzrunden fliegen mussten bis wir auf einer einigermaßen akzeptablen Ausklinkhöhe von geschätzten 150m lagen, reißt der OS die beiden Modelle förmlich in den Himmel. Bei Maximal 4 Runden erreichen wir die komfortable Ausgangshöhe von über 250m für den Easyglider. Unsere bisherige maximale Höhe lag bei knapp unter 300m.

Nun hat uns natürlich interessiert, welche Nennleistung das Gespann wirklich bringt. Und so haben wir an diesem Sonntag mein Vario mit Logger (Sky Assistant von PP-RC) in den Easyglider gepflanzt. Bei noch nicht ganz ausgereizter Steigleistung lagen wir damit schon knapp unter 5 m/s.
Geht man noch ein bisschen weiter, so sind 6 m/s überhaupt kein Problem. Eine bärenstarke Kombination dieser OS in der Jodel Remo!

Nun fühlen wir uns bereit die nächste Herausforderung anzugehen. Der Easyglider (inzwischen stark ramponiert und grünfleckig) hat ausgedient und wird demnächst durch einen Scale Ventus 2 mit 2,6m Spannweite ersetzt. Dieser kleine Vogel von China Model Pro kommt mit wunderschön lackiertem Glasfaserrumpf in ARF Bauweise daher. Die Flächen sind Balsarippenbauweise. Als nette Extras weißt er Einziehfahrwerk, Störklappen und ein durch uns ausgebautes Cockpit auf. Das Modell ist bereits fertig gebaut und wartet mit seinen ca. 1,5 kg auf den Erstflug an der Remo.
Ich hoffe wir können euch bald die ersten Bilder präsentieren.
Das nächste mal wollen wir außerdem meine Flycam One am Segler montieren und mal sehen, ob wir nicht ein schönes Video für den Blog aufnehmen können. Also bitte öfter mal unter dieser Rubrik vorbeischauen! Hier gibt es bald wieder weitere Infos zum Thema F-Schlepp.

Um allen unsere Varioauswertung zu verdeutlichen haben wir die letzten 7 Schlepps hier mal zusammengestellt. Das verkleinerte Bild kann mittels Rechts-Klick unter "Speichern unter" vergrößert heruntergeladen werden. Dann erkennt man auch was! ;-)

 
Bei den ersten beiden Schlepps gabs Probleme beim Ausklinken. Der Segler musste mit Schleppseil fliegen und                    Danach gings besser. Jedoch konnte an diesem eher windingen und herbstlichen Tag keine Thermik
landen. Somit war die Gleitleistung stark herabgesetzt.                                                                                                                                ausgekurbelt werden. Somit beschränkte sich der Easyglider-Pilot  aufs Abgleiten der Höhe.


Der mittlere Schlepp war unsere Rekordausklinkhöhe! Mehrere kurze starke Sinkwerte deuten auf Kunstflug-
manöver hin, mit denen der Seglerpilot Höhe in Adrenalin umsetzte. ;-)