+++ Meine Ausbildung zum Segelflieger +++
Beginn: Juni 2009
Abschluss: ???
Die Vorgeschichte:
In den 80er Jahren begann mein Vater mit der Fliegerei und absolvierte
seinen PPL-Schein für einmotorige
Sportflugzeuge. Irgendwie muss zu diesem Zeitpunkt in dem Kind, das ich damals
war, bereits ein Saatkorn
gelegt worden sein. Als Kids war es für uns wahnsinnig aufregend, wenn wir Dad
auf den Flugplatz Wallmühle
bei Straubing begleiten durften. Ich bildete mir enorm was drauf ein, dass ich
als etwa 10 jähriger bereits durch
das Tor zum Rollfeld marschieren durfte und in die Hangars. Wo doch überall
Warnschilder hingen - "nur für
autorisiertes Personal" - oder so ähnlich. Mit stolz geschwellter Brust wurden
mit einer wahnsinnig schlechten
Analogkamera Fotos während eines Alpenflugs geschossen und in der Schule meiner
Lehrerin gezeigt.
Die meinte - wohl aufgrund der total verwackelten Aufnahmen - nur: Für sie wäre
das nichts, sie müsste sich
dabei bestimmt übergeben, wenn das immer so wackelt. Alle Erklärungsversuche,
dass das eigentlich gar
nicht wackelt gingen kläglich daneben, da die Lehrerin ja den fotografischen
Beweis in Händen hielt.
Wo ich der Schulklasse beeindruckende Berggipfel, Gletscher und Seen zeigen
wollte, war irgendwie nur
mit viel Phantasie ein buntes, grauenhaft verschwommenes Farbenmeer zu erkennen.
So konnte ich für die
private Fliegerei hier keinen begeistern.

Der frühe Michael Jackson war auch nicht cooler. Ja so vergeht
die Zeit.
Nur meinem Opa scheint es etwas schwummrig zu sein. Doch der skeptische Blick
trügt!
Doch wie das so ist, als kleiner Bub, war für mich das Drumherum eigentlich das
Interessantere, als das
eigentliche Fliegen. Leidenschaftlich wurde dem Vater beim Tanken geholfen, oder
beim Wegputzen der
Fliegen. Ich erinnere mich noch an meine ehrenvolle Aufgabe, den Erdungsdraht
vor dem Tanken immer
an den Auspuff klemmen zu dürfen. In der Luft waren wir beide wohl eher
Nervensägen für meine Eltern.
Denn anstatt stundenlang ruhig hinten drinnen zu sitzen, waren Streitereien und
ständiges Nörgeln angesagt.
Wer will es uns im Nachhinein verdenken! :-) Als Kind fehlt einfach das
notwendige Hintergrundwissen und die
Fähigkeit längere Zeit aufmerksam bei einer Sache zu bleiben.

Mein Dad vor der clubeigenen Piper.
Im Nachhinein finde ich es sehr schade, dass mein Vater sich später dazu
entschlossen hat, den Schein
verfallen zu lassen. Was hätten wir beide gemeinsam für einen Spaß haben
können!!
Als reine Freizeitaktivität hätte mein Vater die Fliegerei aber ohnehin nie
sehen können. Für ihn ist immer
wichtig, dass ein wirtschaftlicher Sinn dahinter steht. So war sein Plan
ursprünglich mit seiner VFR
Lizenz auch zu seinen Kunden fliegen zu können um Zeit im Auto zu sparen. Aber
hier machte ihm wohl
das Wetter meist einen Strich durch die Rechnung.
Die immer knappe Zeit, die hohen Kosten und der Stress immer am Ausbildungs-,
sprich
Flugstundentechnischen unteren Limit zu fliegen, waren wohl die Beweggründe das
Hobby schließlich
aufzugeben.

My little brother. Jep - Fliegen macht Laune!!
Und hier die Erzeuger in trauter Zweisamkeit im Cockpit
Aber auch wenn mein Saatkorn zunächst einige Zeit lang schlummerte, und die
Liebe zur Fliegerei
begraben war, so war es dennoch immer irgendwo in mir. Und machte sich
gelegentlich bemerkbar.
So flogen wir Jungs zum Beispiel leidenschaftlich gerne mit allen erdenklichen
Flugsimulatoren am PC.
Und ich freute mich jedes mal, wenn wieder eine neue, noch realistischere
Generation auf den Markt kam.
Schon immer, war meine Nase augenblicklich in der Luft, wenn ich nur ein
Flugzeugmotorengeräusch ahnte.
Und auch das gesamte Thema der Meteorologie und Astronomie faszinierte mich
ungemein.

Und hier steht man vor dem von ihm meistens geflogenen Muster.
Einer Cessna. Der zweite Bub auf dem Bild bin nicht ich, sondern ein Freund
meines kleinen Bruders.
Erst relativ spät begann die Saat dann aufzugehen. Ich kaufte mir meinen ersten
RC-Heli und merkte
schon sehr bald: Das ist es! Dieses Hobby und kein anderes! Viele bis dahin
gehegte Vorlieben und
Freizeitbeschäftigungen mussten der neuen Begeisterung Platz machen. Aber wer
wie ich, ebenso eine solche
Leidenschaft, oder wie ich es nenne: dieses Virus in sich trägt, der wird
verstehen, dass es keinen anderen
Ausweg gibt. Alles steuert unweigerlich auf ein Cockpit zu.
Ich bin nie nur um des Fliegens willen geflogen, sondern hauptsächlich aus
Faszination für die Eleganz und
Perfektion der Bewegung innerhalb des dreidimensionalen Raumes.
Die damit verbundene Freiheit in sich zu spüren, die schiere Grenzenlosigkeit
die nur fühlt, wer sich über den
Boden dieses Planeten erhebt, der unbeschreiblich blaue Himmel, all das erzeugt
in mir allein schon beim
Gedanken daran, und sei es an noch so trüben Wintertagen, eine wohlige Wärme und
kribbelnde Vorfreude.
Es ist schon eine fast philosophische Verbundenheit die ich empfinde. Ein
Gedanke an das große Ganze
und an die unbeschreiblich phantastische Natur in der wir leben dürfen.
Getrübt wird dieser Gedanke nur, wenn ich auf Menschen treffe, die, selbst wenn
sie selbst Flieger sind,
nur aus ganz banalen Beweggründen in ein Flugzeug steigen. Die entweder nur die
reine Technikverliebtheit
steuert, die meinen in der Natur einen Gegner zu haben, oder sich - ganz
abscheulich - als etwas Besseres
sehen möchten, als der Rest der Menschheit.

So was nennt man dann wohl Bestechung: Ich darf schon mal
probesitzen und wer mein freches Grinsen richtig deutet weiß: Ihr müsst mich
hier jetzt schon rausoperieren!
Ganz automatisch richtete sich mein Interesse schon bald auf den Segelflug. Denn
wo sich ein Helikopter
mit schierer Motorleistung und Geknatter gegen Luftmassen stemmen muss um
abheben zu können, so
gleitet ein motorloses Segelflugzeug wie eine Gespielin der Luft sanft durch sie
hindurch und wird von ihr
lautlos emporgehoben in teilweise sprichwörtlich atemberaubende Höhen. Der Pilot
ist gezwungen die ihn
umgebende Natur als Partner zu sehen. Einen Kampf gegen sie wird er nie
gewinnen. So ist der Flug in der
Thermik eigentlich immer mehr ein Kampf mit sich selbst, als mit einem
Gegenüber.
Doch nun bin ich angetreten all diese dann doch
etwas "abgehobenen" philosophischen Fragen und
Gedanken in der Praxis auszuprobieren. Wer würde mir schon zuhören wollen bei
dem blöden Geplapper,
wenn ich nicht als alter, in Ehre ergrauter Flieger-Großvater, meinen Enkeln vor
einem prasselnden Kaminfeuer
davon und von meiner grandiosen Karriere als Pilot berichten könnte? Somit
musste eine Entscheidung her.
Und das, so schwor ich mir, bevor ich 30 Jahre alt bin. Also wurden gerade in
der letzten Zeit diverse
Schnupperflüge bei den Großen gemacht und so mancher Verein und Flugplatz
besichtigt. Mein Bauchgefühl
führte mich dann schließlich nach Cham, wo ich - täterätatäää - am 13.6.2009
um 16: 28 Uhr meine erste Flug-
stunde als angehender Segelflugschüler absolvieren durfte. Und das kam so....

Hier wird gerade die High-Tech Avionik ausprobiert und geträumt
von langen Streckenflügen.... Mann, ist dieses Flugzeug geil!! Schon als Modell
und nun hier in echt...
Segelflugschüler beim SSV Cham
Wer einige meiner Blogberichte in letzter Zeit gelesen hat, dem ist
sicher mit einem Schmunzeln nicht
entgangen, wer an dem ganzen Schlamassel mit Cham und so weiter die Schuld
trägt. Genau: Es ist Klaus!
Mit seiner Einladung zum Remofliegen in diesem Frühjahr führte er mich sozusagen
in die Gilde der
Chamer Segelflieger ein. Der freundschaftliche und absolut relaxte Umgang der
Piloten dort untereinander
faszinierte mich. Wo ich in anderen Vereinen, bei denen ich auch explizit das
Interesse zum Pilotenschein
ankündigte, nur als Luft, oder als "Nicht-Pilot" (=Schimpfwort) mehr oder
weniger ignoriert oder geduldet
wurde, so spürt man im Verein in Cham augenblicklich: Hoit aus - do laufts
anderst!
Selbst als absoluter Grünschnabel wird man hier aufgefangen wie in einer großen
Fliegerfamilie.
Aber Klaus musste dann schon noch mal nachbohren um mich gänzlich weich zu
klopfen. Das geschah
dann einige Wochen später in Form einer DVD mit einem Zettel auf dem stand ganz
lapidar geschrieben:
"Apropos anfixen....."
Was soll ich sagen! Eigentlich hätte es die mehr als geilen Videoaufnahmen von
Segelflugzeugen in Action
nicht mehr gebraucht um mich zu überzeugen. Aber nach einigen darüber
geschlafenen Nächten, war dann
der nächste Schritt klar: "Klaus, kannst du mir sagen, wer in Cham für die
Schulung zuständig ist und mir
seine eMail Adresse schicken???"
Nachdem ich mit Karola, der sehr sympathischen Finanzchefin des Vereins, die
trockenen Details vorab per
Mail geklärt hatte, fuhren Sabi und ich am besagten 13. auf den Flugplatz.
Vorsicht und Achtung, wer selbst
mal so etwas plant, wovon ich hier gerade erzähle! Denn bist du erst mal dort,
geht alles verdammt schnell.
Dir werden ein paar harmlos aussehende bunte Zettel vorgelegt, du unterschreibst
alles wie ein Lemming und
kurz darauf sitzt du bereits mit Fallschirm und leichten Bammel in der ASK13 und
machst deinen ersten
Windenstart mit dem unfassbar gemütlichen und netten Fluglehrer Uwe auf dem
Rücksitz.....
....und ich glaube, ich habe es bis heute noch immer nicht ganz begriffen,
dass ich nun auf dem Weg zum Piloten bin.
Wow!

Der Hangar unseres kleinen Segelflugplatzes Abends beim
Bier.
Fliegerärzte und andere Hürden
Eigentlich sind es ja gar keine, oder nur sehr kleine Hürden, die der
deutsche Gesetzgeber dem
angehenden Schüler in den Weg legt. Und die Chamer Segelflieger wissen auch wo
entsprechende Gefahren-
stellen lauern. So bekam ich sofort eine Menge Tips und damit ich nicht gleich
alle im Adrenalinrausch der
ersten Flüge wieder vergesse, diese auch in Form eines praktischen Merkzettels.
Der sieht dann in etwa so
aus: Geh erst hier hin und besorg dir dieses Formular, dann gehst du
dort hin und holst dir jenen Stempel,
usw. Nach einigen Behördengängen und 3 teuren Arztbesuchen war dann nach einer
Woche alles klar.
Keine Vorstrafen und keine Punkte in Flensburg, gute Augen und Ohren, und mein
Herz ist auch noch top-fit.
(trotz Fast-Food....) Alles wunderbar. Der ganze Schmus geht dann direkt
von den jeweiligen Stellen aus an
das Luftfahrtbundesamt (in meinem Fall) nach Nürnberg.
Los gehts mit der Ausbildung
Und danach gibt es im Leben des Schülers eigentlich nur mehr einen Gott. Und der
heißt in meinem Fall
Uwe und erklärt mir gleich bei den ersten Flügen, dass die Trimmung
normalerweise auf Neutral stehen sollte.
Im Falle der Anwesenheit seiner Herrlichkeit im Flugzeug aber, auf Max. gestellt
werden sollte. ;-) Jeder der
Uwe kennt, weiß wovon ich spreche.... und ich hoffe er nimmt es mir jetzt nicht
krumm und lässt mich den
Hangar mit der Zahnbürste schrubben.
Die ersten Flüge dauern im Schnitt nur unfassbar kurze 5 min. Erst einsteigen,
anschnallen und Checkliste.
Dann katapultierst du dich, Flugzeug und Uwe, dessen relaxte Worte vom hinteren
Sitz gerade jetzt eine
unbeschreiblich beruhigende Wirkung auf den Schüler haben, innerhalb von nur 11
sec. von 0 auf 400m.
Genauer gesagt tust nicht du das, sondern der nette bemitleidenswerte
Windenfahrer, der heute selbst nicht
fliegen kann, sondern einsam und allein mit seiner Wurstsemmel und einem
lauwarmen Kracherl auf der
Winde hockt. (zumindest stelle ich ihn mir so vor...aber nur kein Mitleid:
Irgendwann sitze ich garantiert auch
da droben und befeuere den V10 Diesel)

Wie in einer großen Familie. Alles kommt zum alljährlichen
Johannifeuer. Die Fliegergeschichten, die du da zu Ohren kriegst.... ob
Pilotenlatein oder nicht, wen interessierts ?!
Der Start ist atemberaubend und nichts für schwache Nerven. Auch wenn ich mir
vorstellen kann, dass die
Nervosität (huch - hoffentlich reißt das Seil nicht gerade jetzt bei mir) mit
der Zeit abnimmt. Während der
ersten Startsequenz heißt es mit dem Seitenruder gegenhalten um einen geraden
Steigflug hinzubekommen.
Tip von Uwe: "Such dir eine Wolke auf die zu zufliegst." Denn vom Boden siehst
du in dem Moment nur etwas
wenn du das Köpferl nach links oder rechts reckst. Und das traust du dich
eigentlich gar nicht, obwohl Uwe das
verlangt, weil du immer Angst hast, dass der Vogel irgendwie seitlich aus seiner
vorbestimmten Bahn schmiert,
wenn du von dieser unbeschreiblichen Wolke auch nur eine Sekunde wegschaust.
Alles unbegründet, wie
mir mein Fluglehrer glaubhaft versichert.
Oben angekommen verlangsamt sich der Steigflug und nach einem kleinen Ziehen und
einem Klackgeräusch
hat die automatische Kupplung dein Seil auch schon dem Fallschirm anvertraut und
beide segeln unter dir zu
Boden in die Hände des Rasa-Fahrers. (Was das ist verrate ich später.) Aber du
hast in dem Moment
eigentlich gar keine Zeit darüber nachzudenken was das Seil macht, denn Uwe
spricht von hinten die Worte:
"Normalhorizont und -fahrt herstellen!" Und so drücke ich und schaue auf die
Nadel des Geschwindigkeitsmessers
und versuche dabei irgendwie gerade weiter zu fliegen. Bei all der
Aufmerksamkeit, die ich der Nadel und
dem Horizont widme, vergesse ich fast, dass ja noch 3 x manuell nachgekuppelt
werden muss. Damit kann
ich dann sicher sein,dass das Seil auch wirklich nach unten segelt und mich
nicht Sekunden später mit auf
einen wilden Ritt gen Acker nimmt. Dann spricht der Lehrer von hinten und der
Schüler versucht es
augenblicklich umzusetzen: "Kurve nach rechts einleiten! Seitenruder nicht
vergessen!" Meine ersten Kurven-
flugversuche waren dann auch dementsprechend unsauber. Denn wer es gewöhnt ist
ein Modellflugzeug zu
steuern, der ist ein Mann der Millimeter. Bei der alten ASK13 richtest du mit
solch zaghaftem Geknüppel
aber nicht wirklich viel aus. Nach der dritten Landung hatte ich es aber dann
schon in etwa heraus. Auch mein
ständiges nervöses Rumgetrete auf dem Seitenruder brachte mir Kritik ein. Der
Lehrer demonstrierte gelassen,
was passiert, wenn er noch viel stärker in schneller Folge links und rechts die
Pedale schindet. Nämlich gar nix !!
Außer das der Flug unsauber wird und wir mehr Höhe als notwendig verschenken.
Auf meine ersten
Landeeinteilung und Anflüge war ich aber dann schon etwas stolz. Das das gleich
so gut klappen würde, hätte
ich mir nicht gedacht. Obwohl auch hier bestimmt noch viel zu verbessern ist...

Das Johannifeuer spiegelt sich im Glas des Pilotenstüberls. Wenn
das mal keine Segelfliegerromantik ist...
Cham und Motor-Ventus auf Graspiste???
Nein, das hier ist mein Modell in Kleinwiesen mit dem ich mich im Moment noch
begnügen muss. ;-)
Also an der Position das Knöpfchen vom Mikro
gedrückt und mein Sprücherl aufgesagt: "Ähh...die Zwo-Acht
auf Position zur Landung auf der Zwo-Acht" Ja ihr habt richtig gelesen. Richtig
anfängertauglich die Kennung
der ASK bzw. die Richtung der Piste. Beides gleich und somit auch unter
Nervosität leicht zu merken.
(Was mach ich nur, wenn der Wind mal aus der anderen Richtung bläst....) Dann
Hand auf den Klappenhebel
und im Endanflug ganz sanft ausrasten. Wuuusch! Schon zieht es mir die Klappen
fast aus der Hand und ich
beschimpfe fälschlicherweise meinen Fluglehrer, weil ich meine, er nimmt mir die
Klappenkontrolle von hinten
und zieht. Aber nein - dem geneigten Leser ist es sicherlich schon bewusst.
Nicht Uwe ist der böse Bube,
sondern der Unterdruck, der die Klappen aus der Fläche saugen will. Also merke
ich mir für die Zukunft:
Gegenhalten!!! Kurz darauf fängt mein Lehrer die Kiste sanft ab (noch macht das
er) und wir setzen auf und
stehen fast augenblicklich. Wer hat schon Lust auf das ewige Rumgeschiebe der
Flugzeuge am Boden?
Außerdem schärft Uwe mir ein, dass der Acker einer Außenlandung im Zweifel auch
nicht länger ist als unser
Feld in dem wir landen und zum Stillstand zu kommen versuchen. Leuchtet mir ein
und ich entsteige dem
Oldie wie ein kleines grinsendes Kind an Weihnachten.

Die Zwo-Acht bei Sunset... da wird sogar meine Freundin
schwach... *grins*
Trotz der ersten Erfolgserlebnisse meiner bisherigen 5 kurzen Flüge werde ich im
Moment das Gefühl nicht los,
dass mich die vielen neuen Eindrücke noch etwas überfordern. Wenn nicht Uwe von
hinten immer wieder den
ein oder anderen Tip geben würde, so würde ich schließlich fast alles
vergessen, was ich mir vor dem Flug
noch versucht habe einzuprägen.
Gewöhnen werde ich mich wohl an das "Missverhältnis" von der reinen Flugzeit zur
verbrachten Zeit am Boden
müssen. Denn für 3 kurze Schulungsflüge bist du einen ganzen Tag am Platz und
schiebst Flugzeuge rum,
hilfst mal da, mal dort und ratschst und isst. Nicht dass ihr mich falsch
versteht: Gerade in Cham hat das auch
seinen ganz besonderen Reiz und Segelflug ist schließlich ein Teamsport. Aber
das ist beim Modellfliegen
sicherlich anders. Wird vielleicht auch besser, wenn ich soweit bin, dass wir
die ersten längeren Thermikflüge
gemeinsam machen.
Besonders interessant finde ich den hautnahen Kontakt auf der technischen Seite
der Materie. Da kommt halt
der Modellbauer in mir durch. Schon an meinem zweiten Cham-Tag durfte ich Franz
(einem der Techniker) bei
der Wartung der Remo helfen und gemeinsam die Lager des Höhenruders wechseln.
Auch am Astir war
Arbeit angesagt, nachdem ein Scharnier der Haube abgebrochen war.
Faszinierend wie sich Modellbau und die Technik der "Großen" doch ähneln.
Und so warte ich mit kribbeligen Fingern schon wieder auf den nächsten Samstag
oder Sonntag mit
flugfähigem Wetter und träume inzwischen von der Segelfliegerei....

Ein wunderschöner Flugtag geht zu Ende.
Auf der Heimfahrt bei Bodenmais....

Des Schülers ganzer Stolz und sein ganz privates Poesiealbum.
UPDATE vom 16.8.2009:
Meine Ausbildung kommt langsam in Gang. Nach nun 16
(offiziellen) Flügen schleicht sich langsam eine wenig
"Gefühl" für das Steuern so eines Segelflugzeugs in meine Gebeine. Zumindest ich
empfinde das so. Wie es
mein Fluglehrer sieht, steht auf einem anderen Blatt.
Und diesen Sonntag durfte ich meinen bislang
längsten, weitesten und auch schönsten Flug gemeinsam mit
Uwe absolvieren. Die nackten Daten (die so einen Flugschüler schon verdammt
stolz machen können):
2 std. 34 min. und 48 sek. Flugdauer
Distanz: 103,09 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 39,96 km/h
und dann noch der beste Flug des Tages (OLC-Wertung) in unserem Verein!

Hier der Flug im OLC.
Genaueres gibts online unter der Adresse:
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?flightId=659689664
Nachdem an dem Tag die Schulmaschine ASK 13
aufgrund eines kurz zuvor gestarteten Fluggastes mit schwachem Magen
wegen der dadurch entstandenen Geruchsbelästigung ausgefallen war, befand ich
mich in der Position des lachenden
Dritten. Denn Uwe beschloss kurzerhand, dass wir mit der ASK 21 fliegen würden.
Dieser moderne Kunststoffdoppelsitzer ist selbstverständlich um einiges
leistungsfähiger als die betagte 13. Wer weiß,
ob uns diese Strecke mit dem Oldie ebenfalls gelungen wäre. Das Wetter war
jedenfalls an dem Tag nicht optimal.
Denn eine anrückende Warmluftfront sorgte dafür das die Mittags noch reichlich
stehenden Cumuli in atemberaubendem
Tempo abtrockneten und sich auflösten. Teilweise mussten wir im Blauen fliegen
was das Kurbeln gerade für einen
Flugschüler nicht einfacher macht. Aber die ASK 21 macht es einem zumindest sehr
angenehm. Man sitzt sowohl
vorn aus auch hinten sehr bequem, hat erstaunlich viel Platz und die
Steuereingaben können mit moderatem Kraftaufwand
erfolgen.
War mir beim Flug mit dem Duo von vorletzter Woche nach der Landung noch etwas
flau im Magen, so ging es mir
diesmal schon bestens. Anscheinend gewöhnen sich auch normale Menschen (ohne
Elefantenmagen) an die
zunächst ungewohnten G-Belastungen und das Kreisen.

Die ASK 21 (D-4220) des SSV-Cham
Nur kann ich mich jetzt nicht entscheiden was der
krönende Abschluss dieses Tages war: Der 250 km/h Tiefstüberflug
über den Platz am Ende des Flugs oder die kühle Halbe Bier kurz danach am
Badeweiher.
UPDATE vom 22.11.2009:
Die Saison neigt sich ja bekanntlich im November
zwangsläufig ihrem Ende entgegen. So wurden auch inzwischen
die meisten Flugzeuge der alljährlichen Politurkosmetik unterzogen und über den
Winter eingemottet.
Die Flugschüler wenden sich gemeinsam mit ihren unermüdlichen ehrenamtlichen
Lehrern dann der Theorie zu.
So habe auch ich nun schon an zwei Wochenenden Theorieunterricht in Sprechfunk
und Navigation genossen.
Unsere Referenten machen das in sehr lockerer Atmosphäre, so dass zumindest bis
heute kein Lernstress
bei den Schülern aufkommt. Und beim Pauken hilft dann hoffentlich auch noch die
passende Lektüre und eine
Lernsoftware für den Segelflugschein. Schon im März 2010 soll es für mich und
einige Mitstreiter zur theoretischen Prüfung
nach Nürnberg gehen. Ich bin einerseits begeistert, dass das so schnell geht und
hoffe andererseits, den ganzen Stoff
bis dahin in meine grauen Zellen gehämmert zu haben.
Auch im November kann man fliegen.....man muss sich nur warm
einpacken.
Sabi, meine moralische Unterstützung und Fotografin.
Nachdem wir heute am Platz trotz der
fortgeschrittenen Jahreszeit noch mal super Wetter hatten und es mit über 10
Grad
auch temperaturtechnisch erträglich war, konnten wir unseren Fluglehrer Uwe und
den Flo dazu überreden einen
Sonntag lang Praxis zu machen. Und die sah das Thema F-Schlepp vor. :-)
Beim Check der ASK13 vor dem Flugtag.
Uwe gibt Flo die letzten Anweisungen wie er zu schleppen hat.
Da sich an Schülern außer mir nur der Daniel am Flugplatz einfand und Uwe
ziemlich motiviert schien, waren viele
Schleppflüge in der ASK13 hinter unserer Remo garantiert. Und so wurde von 10
Uhr bis zum mittleren Nachmittag
geschleppt, was das Material hergab. Ich kam heute insgesamt auf 6 Flüge - für
meine Begriffe eine ganze Menge.
Und das Beste war: Geklappt hat das Fliegen hinter der Schleppmaschine auch noch
ganz passabel.
(zumindest ich bin dieser Meinung....ob Uwe das genau so sieht steht auf einem
ganz anderen Blatt...)
Nach einigen Flügen haben wir dann sogar etwas sensationelles gewagt: Einen
Schleppstart mit anschließender
Platzrunde und Tiefstüberflug des Gespanns über den Platz. Ok, ich gebe zu, dass
dabei Uwe schon gehörig
mit in den Knüppeln war. Ich selbst hätte mich wohl nicht getraut so etwas
Verrücktes zu machen.... ;-)
Hier
gibt es ein kurzes Video von dem Überflug!
(Es hat ca. 30 MB - also bitte Geduld beim Laden!)
Geliebte Schulmaschine in voller Pracht: Unsere ASK13
Irgendwie sieht man uns die Vorfreude an, oder? ;-)
Gleich beginnt er: Mein erster F-Schlepp.
Und ab geht die Post.
Schon kurz danach heben wir mit dem Segler ab und fliegen der Remo möglichst
exakt hinterher.
Die D-0228 im Überflug nach dem Ausklinken.
Die SH wirft nach getaner Arbeit das Seil ab und landet.
Daniel "coacht" uns vor dem nächsten Flug.
Strahlen um die Wette: Unser Schlepper Flo und die Spätherbstsonne.
So sieht ein (hoffentlich) zufriedener Fluglehrer aus.... ;-)
Und dann habe ich da da noch so ein Gerücht vernommen.... Es könnte wohl möglich
sein, dass es schon bald
zum Alleinflug kommt..... aber pssst! Von mir habt ihr das nicht gehört! ;-)
UPDATE vom 29.11.2009:
Am Sonntag gab es noch mal herrlichstes
Spätherbstwetter in Cham. Das wurde natürlich wieder ausgenutzt unter
anderem um mir den letzten Schliff zum Thema "besondere Flugzustände" zu geben.
Im Klartext: Uwe quälte mich
durch Flugfiguren, wie Abkippen, Stall, Steilkurve und Trudeln. Na wenigstens
stimmte danach der Adrenalinpegel
bei allen Beteiligten! :-)
Aber auch der Ventus wurde kurzerhand noch mal enthüllt um einige schöne
Kameraflüge damit zu absolvieren.
(Video kommt bestimmt noch - ich gehe davon aus, dass Nick da schon am Schneiden
ist)
Ich kann euch für den Moment nur mit ein paar sehr sehr herbstlichen
Impressionen dieses Flugtags dienen.

Uwe am Starttelefon spricht mit dem Windenfahrer.
Die ASK13 ist bereit für den nächsten Windenstart.

Auch kurz vor Sunset wurde an dem Tag noch geflogen. Hier die 13
kurz nach dem Abheben am Windenseil.

Helge und Nick bereiten einen Kameraflug vor.
Hier die Digicam am Winglet des Ventus.

Tiefer, schneller Überflug des Ventus.
Unsere Remo mit "Full-Scale-Beleuchtung". ;-)
5.12.2009 - Freiflug geschafft!
Juhu! Erstes Ausbildungsziel ist erreicht. Ich
verkünde hiermit stolz: Mein erster (zweiter und dritter) Alleinflug
sind erfolgreich absolviert. Am 5.12. bei eher widrigen Wetterbedingungen
(Seitenwind, Wolken auf 200m und
saukalt) bin ich nach zwei Crosscheckflügen mit dem Ausbildungsleiter Klaus
Schroller (einen davon mit
fingiertem "Seilriss" in 100m) zu meinen Freiflügen im F-Schlepp gestartet. Wenn
auch der dritte Start dank
einer fiesen Böhe für mich und die Zuschauer ein klein wenig nervenaufreibend
war, so bin ich mit meiner Leistung
im Ganzen doch ziemlich zufrieden.
Und ganz nebenbei bin ich ja auch noch Rekordhalter. Laut Aussage des
Altvorderen des Vereins hat wohl
noch kein Schüler so spät im Jahr den Freiflug gemacht und schon gar nicht im
F-Schlepp.
Gebraucht habe ich insgesamt 26 Starts bis zum Alleinflug und ein knappes halbes
Jahr.
Ein Video vom Start meines ersten Flugs ohne Fluglehrer findet ihr im Blog
von Daniel Rathey unter
http://chamer-segelflieger.blogspot.com/
Und hier noch einige wenige Fotos von der
traditionellen Trachtprügel, die jedem droht, der seinen
Alleinflug gemeistert hat, und von der damit verbundenen Weihnachtsfeier des SSV
Cham.
Mit stabilem Sitzfleisch sollte ausgestattet sein, wer sich traut
alleine zu fliegen und vor hat danach auch wieder heil zu landen. Über den Stuhl
gelehnt ertrage ich wie
die versammelte Mannschaft an meinem A.... ihre Aggressionen auslässt. Dumm nur,
wenn dein Fluglehrer deinen Alleinflug ausgerechnet dann anberaumt, wenn für die
Weihnachtsfeier gefühlte 200 Leute anwesend sind.... (aber Rache ist ja
bekanntlich süß)
Unser Vorstand Kare (der Herr mit Krawatte) hatte natürlich nicht
nur mir zuliebe so feinen Zwirn angelegt. Es war ja, wie gesagt, auch
Weihnachtsfeier an dem Abend.
Weitere mir bekannte Anwesende auf diesem Bild sind ganz links Mich, die blonde
Dame Linda und rechts daneben unser Moser (Martin Vilsmeier).
Die Hausband an dem Abend: v.links Blogger Daniel Rathey, Kare
Schweiger und Andrea und Lukas Dobmeier.
13.12.2009 - praktische NAV-Ausbildung am Motorsegler
Bevor der Schnee jegliche weitere Flugmöglichkeit
für die nächsten Monate ganz beendet hat, führte mich Uwe
noch in die Geheimnisse der praktischen Navigation ein. So wurden Drehfehler des
Schnapps-Kompass sowie
einfache VOR-Übungen gemacht und ich durfte mein erstes motorisiertes Flugzeug
steuern: Den guten alten
C-Falken des Vereins.


Winter 09/10 - Theorieunterricht
Der Winter wird bei den Segelfliegern in Cham für
die theoretische Ausbildung der jungen Segelflug-
anwärter genutzt. In vorbildlicher Weise stellen sich die erfahrenen Piloten in
den Dienst der Nachwuchs-
förderung und stellen ihr Wissen an jedem Wochenende den Schülern zur Verfügung.
Und so wurde uns
langsam auch in der hier gar nicht grauen Theorie klar, was von uns in Zukunft
verlangt werden wird.
Und mit etwas Glück und Lernfleiß sollten wir die bevorstehende Prüfung in
Nürnberg dann irgendwann
hoffentlich auch bestehen.
An Fliegen ist im Moment nicht zu denken. Und so
bleibt uns erst mal nur die erinnerung an die letzten
schönen Flüge des Herbstes......

März 2010 - es geht wieder los....
Zu allererst muss das Material natürlich wieder in
Schwung gebracht werden. Schon während des Winters
wurden von den Mitgliedern die einzelnen Flugzeuge zerlegt, gereinigt und
poliert und von unseren Werkstatt-Cracks,
allen voran Werner und Franz, penibelst auf mögliche Fehler geprüft. Schon im
März kam dann die Jahresnachprüfung
bei der es selbstverständlich rein gar nichts zu bemängeln gab.
Kleine Kinderkrankheiten, wie z.B. eine gerissenes
Bremsseil bei der Remo müssen dann natürlich noch auf die
Schnelle am Flugfeld repariert werden. Denn wir wollen schließlich wieder
fliegen, jetzt wo der Schnee verschwindet!

Franz versucht unter akrobatischen Einlagen das defekte Bremsseil
unserer Schleppmaschine zu reparieren.
Und es gibt noch was Neues: Meine Sabi ist mit Beginn der neuen Saison, zu
meinem Stolz, unter die "Rasa-
Fahrer" gegangen. Wie ihr hier seht macht sie Ihren Job schon sehr
professionell. :-)

Sabi bei der Arbeit als Lepo-Fahrerin. Bei uns in Cham heißt
dieser allerdings "Rasa".

Bei dieser Rasa-Fahrerin müssen die Jungs an der Winde hinter
Gitter....
Sommer 2010 - Theorieprüfung geschafft - jetzt wird wieder geflogen
Es geht wieder weiter! Mit der erfolgreichen Ablage der Theorieprüfung im Juni
2010 fiel mir ein großer
Stein vom Herzen. Nun war dieser eher lästige Teil, der so manche Mitstreiter
vom Weitermachen abgehalten
hatte endlich hinter mir. Eine knappe Woche Lernurlaub zuvor, in der ich mich
gezwungen habe wirklich von
Morgens bis Abends zu lernen, war der Erfolgsgarant, so dass die Prüfung in
Nürnberg an sich dann ihren
Schrecken zur Gänze verlor.
Und auch in der Praxis geht es endlich zur Sache. Nachdem ich endlich meinen
dritten Windenstart mit
simuliertem Seilriss erfolgreich hinter mich gebracht habe, hatten die vielen
Fluglehrer, die sich inzwischen
um die zu wenigen Schüler kümmern dürfen, endlich ein Einsehen mit mir und
verließen den zweiten
Sitz im Cockpit. Und so konnte ich denn auch am ersten Wochenende gleich zwei
längere Thermikflüge
direkt aus der Winde starten. Das Gefühl dabei ist einfach unbeschreiblich.
"Freiheit pur" kann da nur ein
Hilfsausdruck sein. Und wenn der Lehrer dann nach einer Stunde per Funk zur
Landung auffordert weil unten
auch noch andere Schüler auf das Flugzeug warten, dann geschieht dies nur sehr
wiederwillig.
Hier noch einige Fotos der letzten Zeit:

Vorstand Karl (li) im Gespräch mit unserem Ehrenvorstand.

Holger baut seine Dimona auf. Das klappt dank ausgeklügelten
Halterungen und Aufbauhilfen ganz ohne fremde Hilfe.
Flugschüler Sebastian kommt nach einem Windenstart zur perfekten
Landung herein.

Die Remo nach einem Gastflug

Unsere beliebte Alpha-Mike rollt zum Start.

Wer starten will braucht Seile - und die holen wir in Cham
standesgemäß im dicken Benz.... :-)

Mike und Flo quetschen sich für einen Überprüfungsstart in die
gute alte 13.

und schon gehts in die Luft.

Sabi kann dem Stress bei der Hitze nichts abgewinnen und relaxt
lieber im kühlen Hangar....

...während wir uns mühen ein defektes Seil wieder
zusammenzuschustern.

Motorflugschüler Nick rollt zum Start.

Dank Klimaautomatik und Schiebedach hält man es auch im
Rasa-Fahrzeug ganz gut aus.

Die ASK 21 im Windenstart.

Helge im WM-Fieber hat seinen Salto entsprechend dekoriert.

Und Abends noch ein gutes Glas Wein auf der Terasse..... ein
fabelhafter Ausklang!
Nachdem wir aus dem
Segelfluglager Mühlacker wieder zurück waren, gingen erst mal drei Wochen
ins Land, in
denen sowohl wettertechnisch, als auch zeittechnisch nicht ans manntragende
Fliegen zu denken war.
Doch danach ging es wieder auf und es ergab sich auch noch, dass an diesem
Wochenende hervorragendes
spätsommerliches Thermikwetter im Bayerischen Wald vorherrschte.
Und so wurde an beiden Tagen fleißig geflogen. Am Samstag gelang mir mit der ASK
13 mein erster längerer
Streckenflug (ca. 80 km) alleine mit Rückkehr zum Flugplatz Cham.

IGC Auswertung meines bislang längsten Fluges.

Unterwegs mit der ASK 13.

1500m unter der Kiste geben einem ein entspanntes Gefühl.
Der Ort Bodenmais - mein Wendepunkt bei diesem Flug.

Zurück mit der letzten Abendthermik am Flugplatz Cham.
Hilfe! Wer operiert mir jetzt dieses Grinsen aus dem Gesicht?
Und am Sonntag durfte ich "zur Strafe" dann auch noch gleich ein neues Muster
fliegen. Die KA 8B unseres
Vereins. Der Umstieg ist wie eine neue fliegerische Welt für den Flugschüler.
Man fühlt sich in der KA 8 dem
Element Luft viel näher verbunden, da sie aufgrund ihrer leichten Bauweise und
der guten Langsam- und Kurbel-
eigenschaften Thermik viel besser anzeigt und Steuerbefehle des Piloten viel
agiler annimmt, als die 13.
Mir ist natürlich schon klar, dass die KA8 nicht das Maß der Dinge im
Streckenflug ist. Dafür ist sie viel zu langsam
und gleitet verglichen mit modernen Flugzeugen miserabel. Aber für mich, der ich
bis dato nur Doppelsitzer
wie 13 und 21 geflogen bin, ist der Umstieg doch ein enormer Fortschritt. Es
macht einfach Spaß mit der KA8 zu
fliegen, obwohl der Sitzkomfort doch zu wünschen übrig lässt.

Mein neues Muster. Die KA8 von Schleicher.
Nun steht erst mal wieder das jährliche Hallenfest des Vereins an. Und danach
schauen wir mal was der Herbst
noch so alles bringt..... :-)
Was sonst noch geschah....

Wir holen einen Golfplatzrasenmäher ab. Unser eBay-Schnäppchen.

No. 5 lebt! Und ist heil in der Oberpfalz angekommen. Nun sollte
das Rasenmähen der Piste um einiges einfacher und schneller gehen.

Sabi wagt einen Schnupperflug. Fluglehrer Klaus war von ihren Fähigkeiten sogar
ganz angetan. Trotzdem kommt es zu keinem weiteren Schulstart.

Juhu! Dani ist Scheininhaber!

Und obwohl es schon merklich herbstelt, wollen wir unbedingt noch fliegen. Ich
fühle mich geehrt sein erster "Fluggast" sein zu dürfen.

Wir lassen uns von der Remo schleppen...

und genießen die tolle Aussicht. Die Nebelfelder liegen wie Spinnweben über der
Landschaft des Bayerischen Waldes.

und verträumt liegt das Städtchen Cham unter uns.
Sommer 2011
Eigentlich bot mir der Sommer 2011 erst mal segelfliegerisch nicht allzuviel.
Beruflich und durch Aktivitäten
im Modellbaubereich stark in meiner Freizeit eingeschränkt, schaffte ich es
leider gerade im doch sonnigen
Frühjahr erst mal nicht so häufig auf den Flugplatz. Ab Ende Juni spielte dann
auch das Wetter dummerweise
kaum mehr mit und so schien immer dann die Sonne, wenn ich arbeiten musste oder
anderweitige Termine
hatte, und wenn ich mal Zeit für Flugplatz gehabt hätte, war garantiert Regen
angesagt. :-(
Doch trotzdem ging es irgendwie auch in diesem Jahr weiter:

Premiere: Als Scheininhaber darf Dani nun auch den vereinseigenen
Ventus 2cx fliegen.

Auch Anna wartet schon ungeduldig auf ihren ersten Ventus Flug.

Auch Fliegerlager gabs 2011 wieder einige. Hier habe ich es mit meiner Kamera
auf eine DG200 abgesehen.

Und erfreulich, erfreulich: Es gibt auch wieder Nachwuchs unter den Chamer
Segelfliegern. Hier wird fleißig die ASK 13 geschrubbt nach einem ausgiebigen
Schultag.
'
Und auch ich darf 2011 zwei neue Muster alleine fliegen: Hier mein neuer
Liebling: Der Chamer Astir. Davor die ASK21, welche ich nun auch allein bewegen
darf.

Symptomatisch für den Sommer 2011: Hier rollt gerade wieder ein
fieses Gewitter an.
Update August 2011 - 50 km
Überlandflug geschafft

Es geht los. Nach einigem Gekurbele aus
der Winde heraus sind die ersten Höhenmeter gemacht und ich kann auch mal ein
Foto schießen.
Eine der letzten Hürden vor dem Segelflugschein ist
der sogenannte 50 km Flug. Hier muss der Flugschüler
zeigen was er in all der Zeit gelernt hat und sollte alleine einen Streckenflug
erfolgreich bewältigen bei dem
er außerhalb des Gleitradius um seinen Flugplatz unterwegs ist. Bei mir stand
der Flugplatz Bruck, ca. 25 km
Luftlinie im schriftlichen Flugauftrag, den mir mein Fluglehrer gegeben hat.
Aus beruflichen und wettertechnischen Gründen konnte ich 2011 erst relativ spät
im Jahr zu meinem letztendlich
erfolgreichen 50 km Flug starten. Das Wetter war, wie so oft in diesem Sommer,
nicht gerade perfekt, aber
dann doch gut genug um einen 3. Anlauf zu wagen. Also mit der Winde auf knapp
400m katapultiert und dann
begann eine schwierige Thermiksuche. Rund um Cham war der Himmel wie leergefegt.
Bei Ostwind, verstärkt
durch die sog. "Further Senke", liegt Cham häufig thermisch eher ungünstig, da
sich so nur sehr wenige stabile
Bärte aufbauen können. Nach einigem Kampf, waren aber dann doch die ersten 700m
geschafft und ich konnte
es wagen eine etwas entfernt stehende einsame Wolke anzusteuern, welche mich
dann prompt und relativ
komfortabel bis zu ihrer Basis sog. Und los gings in Richtung Bruck - immer
entlang einiger vielversprechender
Wolken. Der Flug bis Bruck war dann mit dem Astir auch kaum eine Herausforderung
und so flog ich sogar
noch ein Stück weiter in Richtung Schwandorf.

Es geht auf Strecke. Noch schauen die Wolken ganz
vielversprechend aus.
Ich halte mich aus Sicherheitsgründen eher nahe der Basis auf.

Momente der Ruhe gibt es auch auf diesem Flug.
Und so kann man auch mal die Aussicht genießen.
Doch im Hinterkopf hatte ich den Wetterbericht des Tages und der verhieß für den
späteren Nachmittag nichts
Gutes. Durch einfließende Warmluft sollten sich die Luftmassen mehr und mehr
stabilisieren. Und genau das war
auch der Fall. Als ich mich auf den Rückweg machte, waren die meisten meiner
Wolken schon aufgelöst.
Und so hieß die Devise erst mal in Richtung Heimat gleiten. Über dem Örtchen
Neubeu war ich schon auf der
Suche nach einem geeigneten Feld zur Außenlandung. Ein schöner stabiler Bart am
Waldrand verhalf mir aber
dann doch noch mal zu einer passablen Höhe, so dass der Flug damit eigentlich
geschafft war.
Einige Stunden lang konnte ich mich dann noch in der immer schwächer werdenden
Thermik rund um den
Chamer Flugplatz halten. Mit der geschafften Herausforderung war dieser Teil des
Fluges dann nur mehr
reiner Genuss. Die Landemeldung musste dann aber per Handy erfolgen, da
inzwischen die Akkus an Board
aufgegeben hatte und somit der Funk ausgefallen war.
Nach so einem schönen Flug, stellt man dann Abends gerne einen Kasten Freibier
für die Kollegen hin. ;-)

Nahe der Wolken zu fliegen macht das Segelfliegen zu einem
unvergesslichen Erlebnis.

Geschafft! Der Rest des Fluges ist reiner Spaß!
Nun steht nur mehr eine "Challenge" auf dem Plan. Die praktische Prüfung. Nach
einigen Übungsflügen mit den
Fluglehrern sollte auch das hoffentlich heuer noch zu bewältigen sein. Ich werde
berichten....
Mission accomplished
Es ist geschafft! Die Segelflugausbildung - so
schön die Zeit auch war - ist hiermit beendet. Knapp zweieinhalb Jahre
nach dem ersten Eintrag im Blog und meinem allerersten Start, findet mit diesem
letzten Update nun auch der Beitrag
sein Ende. Irgendwie bin ich fast ein wenig wehmütig, freue mich aber nun auf
die Zeit die auf mich wartet.
Wir (Sebastian und ich) mussten schon fast ein
wenig zittern, dass es heuer noch was wird. Aber das Luftamt Nordbayern
war schnell und nach einigen Terminverschiebungen unsererseits klappte die
Prüfung an einem herrlich sonnigen
Sonntag doch noch. Einen so entspannten und netten Prüfer wie unseren Herrn
Kurz, kann ich nur jedem aufgeregten
Flugschüler wünschen. In der Sache absolut korrekt nahm er uns dreien aber
gleich jegliche Nervosität und so konnten
wir uns voll auf die gestellte Aufgabe konzentrieren.
Die Segelflugprüfung hielt sich vom Umfang her dann auch in Grenzen. Zunächst
wurden einige theoretische Fragen
zur Flugzeugtechnik und Sicherheit gestellt. Nach zwei Starts an der Winde im
steifen Ostwind und anschließender Platz-
runde hatte Herr Kurz dann aber schon genug "Elend" gesehen und gratulierte uns
auch bereits umgehend
zu unserer Metamorphose vom Fußgänger zum Piloten.
Ein gigantisches, wenn auch momentan noch ungewohntes Gefühl nun ohne
Flugauftrag einfach in einen Segelflieger
steigen zu können um frei wie ein Vogel abzuheben. Und dass ich nun auch
gelegentlich mal einen Gast mit in diese
faszinierende Welt nehmen kann, freut mich persönlich am allermeisten.
Zu guter Letzt möchte ich noch meinen allerherzlichsten Dank an meine geduldigen
Fluglehrer Uwe, Klaus, Flo, Moser
und Mike und an alle restlichen Mitglieder des SSV Cham loswerden, die mich
Schüler die ganzen Flugstunden
ertragen haben und mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit diese Art der Ausbildung
erst möglich machen. Ich kann nur jedem
Interessierten empfehlen ebenfalls einem Verein, wie dem unseren, beizutreten um
dort die Ausbildung zum Segelflieger
zu machen. Auch wenn es vielleicht etwas länger dauert bis man den Lappen dann
in Händen hält, so lernt man durch die
vielen gemeinsamen Aktivitäten und die zusammen verbrachte Zeit wirkliche
Freunde kennen.
Ich freue mich jedenfalls schon auf die kommende Saison mit dem Chamer Haufen
und hoffe auf noch viele schöne und unfallfreie Flüge.
.... und außerdem war da ja noch was..... ? Ach ja! Ich bin ja weiterhin
Flugschüler - wenn auch auf so einem komischen
Ding mit Propeller vorne an der Nase. :)
Die genialen Fotos dieses letzten Eintrags hat übrigens Clubkamerad Armin
geschossen. Danke!

Sebastian (li.) und Schulungsleiter Segelflug
Klaus bei den Flugvorbereitungen.
Der Rest der Baggage scheint der Dinge die da
kommen werden, mit ausgesprochener Freude entgegenzufiebern. (Bei diesem Foto
vom Nick, könnte man aber auch Schadenfreude annehmen)

Die versammelte Flugplatz-Meute erwartet den Prüfer.

Als erstes wurde die "laute Seite der Macht" geprüft - sprich unsere
Mose-Schülerin Christine, die somit auch als erste die Gratulanten empfangen
durfte.

Wir bauen derweil die Winde auf. Es herrscht mal wieder steifer Ostwind.

Herr Kurz vom Luftamt Nürnberg interviewt uns beide Delinquenten vor dem Abflug.
Ein wenig Theorie muss sein. :-)

Ich geb's ja zu: Wenn ich nun behaupten würde in diesem Augenblick gänzlich ohne
Nervosität in den Flieger eingestiegen zu sein, wäre das gelogen. Man sieht's ja
auch am Foto.

Und schon geht es los. Der erste von zwei Prüfungsstarts.

Mit Spannung wird beobachtet, was man denn für einen Scheiß z'ammfliegt. - hier
die Landung im Slip....

....und schon schweben wir wieder ein. Mit 350m Windenstarthöhe halten sich die
Flugzeiten zwangsläufig in Grenzen.

Die fleißigen Rückholer und das gesamte restliche Team machten an dem Tag einen
hervorragenden Job.

Kann es sein, dass hier einer nach der zweiten Landung und einem herzlichen
Händedruck erleichtert ist? ;-)

Aber auch Sebastian machte einen tollen Job - Herr Kurz darf uns also beiden die
Hände schütteln. (rechts daneben unser 2. Vorstand Flo und ein sichtlich stolzer
Peter Hermle.

Die Lizenz ist da - das muss natürlich gleich gefeiert werden. Mit einem
F-Schlepp in den herbstlichen Himmel über Cham.

Im Bayerwald herrschte herrliche Sicht während in der Donauebene der Nebel steht
wie Wasser in einem großen Teich.
Bei diesem Anblick wird einem auch ohne große Erklärungen bewusst für was man
die 2 Jahre geopfert hat.

Dieses letzte Bild lasse ich jetzt einfach mal unkommentiert.....