ASW 17 - Die "Jederzeit-und-Immer-dabei" - Segler

Meine ASW 17, die ich in zwei Ausführungen, einmal als reinen Segler und einmal als Elektrosegler besitze, sind ursprünglich Multiplex Alphas mit 2,8m Spannweite. Diese Modellbausätze stammen aus der Zeit Ende der Siebziger, Anfang der Achziger Jahre.
Ich habe sie für ein Taschengeld in sehr schlechtem Zustand meinem Clubkameraden Willi abgekauft, der noch nie viel mit der Segelfliegerei am Hut hatte. Die Alphas waren beide abgestürzt und mit beschädigten Flächen und Rümpfen wurde die Restauration angegangen.
Dabei wurden die ursprünglich nur Seiten- und Höhenrudergesteuerten Modelle auf Querruder und Störklappen aufgerüstet - die agressive und dem Scale Charakter abträglich V-Form wurde entschärft, sowie die zu großen Höhenruder verkleinert. Auch wurde ein starres Fahrwerk und bei der reinen Seglerversion auch eine Schlepp- und eine Hochstartkupplung ergänzt. Später wurde die Segler-ASW17 noch um ein elektrisches Aufstecktriebwerk von Florian Schambeck ergänzt, damit auf Wunsch auch unabhängig von Winde oder Schleppmaschine geflogen werden kann.

  
ASW17 Elektro: Thermikflug im Mai 08 - Pause nach stundenlangem Kreisen in der Frühjahrsthermik nachdem gerade eine dickere Wolke drüberzieht und das Gelände nachhaltig abschattet.


Die beiden ASWs machen mir nach wie vor sehr viel Freude und werden daher auch häufig geflogen. Durch die leichte Holz-Rippenbauweise und das gutmütige und langsame Profil, ist das Flugzeug ein wahrer Entspannungsflieger, der langsam und gemütlich geflogen werden will.
Thermik wird sofort angezeigt und kann sehr effizient in Höhe umgewandelt werden. Gerade die zarten Thermikblasen bei uns im Bayerischen Wald sind daher genau das Terrain der ASW17. Dabei lassen sich auch bodennahe winzige Bärte wie auf dem Teller mit Seite und leicht  abgestützt durch Querruder auskurbeln. Echt genial dieses Profil und das dazugehörige Pendelhöhenleitwerk!
Bei einem Strömungsabriss - wenn man überhaupt von einem solchen sprechen kann - nimmt die ASW kurz die Nase runter und ohne merklich an Höhe zu verlieren geht es sofort wieder weiter.
Und wenn der Flieger dann einmal durch einen etwas stabileren Bart an die Sichtgrenze entschwindet, kann durch ziehen der Störklappen relativ easy wieder Höhe abgebaut werden, ohne das das Flugzeug dabei viel schneller wird.
Die Landung mit den Störklappen sieht sehr schön scale aus. Nach dem Aufsetzen, rollt sie dann noch ein paar Meter auf dem zentralen Rad und legt dann brav eine Fläche ins Gras.
Nur Anstechen und Schnellflug mag die ASW gar nicht, da sich die doch sehr verdrehfreudige Holm-Rippenkonstruktion der Tragflächen gerne und schnell aufschaukelt und die Struktur dann fast augenblicklich überlastet wird.
Auch auch diesem Grunde wurde der Seglerversion, die als zweites Modell restauriert wurde, ein neuer Holm aus einem Kohlefaserrundstab verpasst, der die Flächen jetzt sehr stabil macht. Die Modelle wiegen voll ausgestattet incl. 3S Lipo 2500 mAh knapp über 2 kg.
 

  
Macht auch im Dezember eine gute Figur - ASW 17 Elektro im tiefen Überflug.                                                              ASW17 Seglerversion  mit Aufstecktriebwerk ready für Take-Off hinter der Schleppmaschine DR-400.


Gerade durch das einfache Handling und die langsame Fluggeschwindigkeit eignet sich diese Maschine auch für den Anfänger sozusagen als Schulflugzeug ganz gut. Das Aussehen entspricht zwar nicht wirklich exakt einer Original ASW17 - aber das muss in dem Fall ja auch nicht sein.
Der Kenner weiß ja, dass es sich in Wahrheit um eine Alpha von Multiplex handelt. ;-)

Die maximale Höhe (gemessen durch Vario-Logger), die ich mit der ASW 17 Elektro bislang im Thermikflug erreicht habe, war 320m ü.G. (Ausklinkhöhe ca. 120m), die maximale Flugdauer betrug 144 min. bei einem Thermikflug in Kostenz.
Meine Seglerversion der ASW17 hat nun auch schon einen ersten Absturz hinter sich - wurde aber bereits wieder vollständig hergestellt. Bei einem abendlichen Testflug mit Aufstecktriebwerk war die Bremsfunktion des Reglers nicht aktiv und daher war der Segler schon durch den Windmühleneffekt der sich nicht schließenden Klappluftschraube sehr langsam. Bei der Landung wurden dann noch zusätzlich die sehr wirksamen Schempp-Hirth Doppelstockbremsklappen gezogen (bei der Elektroversion sind nur einstöckige Drehbremsklappen installiert).
So kam was kommen musste: Ein Strömungsabriss in niedriger Höhe und der Aufschlag kurz vor der Piste im Acker. :-(

Nun hoffe ich darauf, dass ich dieses Jahr mit dieser Maschine noch einen wirklichen Schlepp ohne EMA erlebe. Hiermit also mein Aufruf: Schlepp-Pilot gesucht! Wer nimmt mich an die Leine und kann mir diesbezüglich ein paar Tips geben?
 

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