+++ Fliegerurlaub in Kärnten Mai 2009 +++
Ende Mai 2009: Eine Woche Fliegerurlaub stand für mich an. Meine Sabine hatte
mich mit einem
Gutschein an Weihnachten damit überrascht. Gebucht war ein Doppelzimmer im in
Modellfliegerkreisen
bekannten Hotel Glocknerhof im Drautal in Kärnten. Also wurde der Kombi mit
allerlei Fliegerequipment
vollgestopft - ok: eine kleine Reisetasche mit Klamotten durfte auch noch mit -
und dann brausten wir los.
Das Wetter war zunächst sehr vielversprechend, so dass wir nach unserer Ankunft
gleich noch den
Haushang des Glocknerhof besichtigen, bzw. befliegen konnten. Der Hang jedoch
war eine reine Enttäuschung.
Was im Prospekt groß als das Paradies für Segelflieger angekündigt war entpuppte
sich als eine
viel zu steile, kleine und ungemähte Wiese, eingeklemmt zwischen Straße und
Bauernhöfen. Alles was größer
als 3 Meter ist, ist hier nur mit viel Glück und/oder Risiko zu landen. Meine
4m-Alpina kam dann auch
nur zum Einsatz weil ich auf das viel zu hohe Graß als "Bremse" hoffte und
bergan landete.
Fazit Glocknerhof Haushang: Reinfall - einmal und nie wieder.
Wie könnte ich dieses Bild nur untertiteln??? Ach ja ich hab's:
GEIL !!!
Hier wird fleißig aufgerüstet.
Oli happy im Liegestuhl.
Für alle die es nicht lesen können: Hier steht 84min für den ersten Flug!
*GRINS* So sieht es aus
auf der Gerlitzen - ich hab aber nur nach oben geguckt.
Best Photo of this holiday: Ventusstart - Das KTW war aus Sicherheitsgründen
ausgefahren - war aber nicht notwendig - denn es herrschte Hammerthermik. *Heissa*
Das Abendessen nimmt man im Glocknerhof in einem lichten schönen
Wintergarten aber eingekeilt zwischen
lauter Herrschaften Generation 65+ ein. Auch die Qualität der allabendlichen
3-Gänge Menüs muss man als
lieblos bezeichnen. Unser Zimmer im "Neubau" war eher im Stil der 60er Jahre
eingerichtet und wirkte schon etwas
abgewohnt - wobei ich sagen muss, dass das Bett wirklich sehr bequem war. Außen
ist die Anlage optisch
eine geschmacklose Mischung aus Disneyland und Jodler-Hütte, aber sauber und
gepflegt.
Der Außenpool wurde am zweiten Tag leider aufgrund von Reinigungsarbeiten
abgelassen und nie wieder
eingelassen. Das "Solarium" war ein großes Südfenster - Sauna haben wir nicht
gefunden.
Fazit Glocknerhof Ausstattung: Eine gemütliche einfach-urige Berghütte mit
leckerem deftigen Abendessen
und einem sympathischen Wirtsehepaar wäre wohl eher in meinem Sinne gewesen,
wenn dafür ein wirklich
guter Hang zur Verfügung gestanden hätte.
Da zieht er raus ins Tal der Ventus 2cxM. Einer meiner schönsten
Flüge. Auch die Landung glückte mir par Excellence- so erging es aber nicht
allen Piloten.
Eine der vielen Landeflächen auf der Gerlitzen - hier am
Nord-Osthang.
Wirkliche Modellsegelflieger trafen wir in unserer Woche nur einen: Bernd aus
München, mit dem ich dann auch einmal
gemeinsam segeln war und der sich ebenso eher wenig für den Glocknerhof
begeistern konnte.
Nach dem ersten Abendessen wurde dann mittels RC-Network HFF auch gleich nach
geeigneteren Fluggebieten
in der Umgebung Ausschau gehalten. Und so beschlossen wir gleich am nächsten
Morgen nach Villach aufzubrechen
um dort der bekannten Gerlitzen einen Besuch abzustatten. Dieser eine Flugtag
war dann auch der beste und
wettermäßig schönste dieser Woche. Leichter Südwind und ab 10 Uhr eine geniale
sanfte aber stetige Thermik
verwöhnten die wenigen anwesenden österreichischen Piloten und mich. Touristen
waren aufgrund der noch geschlossenen
Seilbahn keine auf dem Berg, so dass wir das ganze Areal für uns und unsere
Segelflugmodelle hatten.
An diesem Tag konnte ich bislang meine besten hochalpinen Flugerfahrungen
machen und nebenbei auch noch nette
Kollegen kennen lernen und fachsimpeln. Es war einfach unbeschreiblich schön und
ich möchte sagen, den ganzen Aufwand
dieses Urlaubs allein schon wert. Speziell den großen Ventus hier in der
grandiosen Szenerie hoch über dem Ossiacher
See fliegen zu sehen, verursacht zwangsläufig eine Gänsehaut, auch wenn ich
jetzt noch daran denke.
Meine treue Begleiterin Sabi hat den ganzen Tag tapfer durchgehalten und nie
auch nur ansatzweise gemeckert
oder gedrängt. Danke dafür, Schatz!
So kann es aber hier oben auch wacheln - Ein Start war hier nicht
möglich. Brrr - eiskalt!
In der Nacht zuvor hatte es sogar geschneit.
Besuch am Wöllaner Nock.
Man stelle sich diesen Hang bei warmen Südwind vor - perfekt!
Der Hang (Wöllaner Nock) ist geil aber die Flugbedingungen streng. Man munkelt,
dass es hier bereits schwere Unfälle aufgrund von unachtsamen Modellfliegern
gab.
Leider traf am Abend und in der Nacht eine europaweite Kaltfront auch auf
Österreich. Schlimme Unwetter in Deutschland
und Österreich waren die Folge, von denen auch in den Nachrichten berichtet
wurde. Unser Urlaubsort wurde zwar vom
Schlimmsten verschont, doch die Front und das nachfolgende schlechte Wetter
vermieste in der Folge leider fast jeden
Flugtag. Also nutzten wir in den nächsten Tagen, die komplett verregneten zum
Shopping in den umgebenden
Städten, wie Klagenfurth, Villach und Lienz, und suchten an allen
hoffnungsvolleren Tagen die Hänge auf,
die mir interessant genug erschienen, dort in Zukunft einmal Urlaub zu machen.

Mein Besuch am Gaugen. Ein traumhafter Flughang - leider an
diesem Tag mit Nordwind und somit unfliegbar.

So blieben auch die Jungs aus dem fränkischen an diesem Tag am
Boden, die ich kennen lernte und die hier jedes Jahr eine Woche Urlaub machen.
Auch die Pension am Gaugen in direkter Nachbarschaft zum Glocknerhof wurde
aufgesucht. Der Wirt war sehr nett
zu mir und gestattete mir, obwohl ich nicht bei ihm übernachtete, den ganzen Tag
bei ihm zu fliegen.
Leider kam der Wind an dem Tag nur aus Norden, so dass an richtiges Segelfliegen
am Hang nicht zu denken war,
doch mein Entschluss in naher Zukunft einmal dort oben meinen Fliegerurlaub zu
verbringen steht bereits fest!
Der hochalpine Hang ist traumhaft und es stehen auch für Großsegler geeignete
steinfreie Flächen zur Landung zur
Verfügung.
Fazit Gaugen: Da muss man hin!!!
Auch ein geiles Foto vom Nock.
Zwei weitere Anläufe bei schönem Wetter auf der Gerlitzen zu fliegen schlugen
leider aufgrund des starken kalten
Nordwindes fehl und so mussten die jeweils 6 Euro Mautgebühr leider
abgeschrieben werden. Auch das Wöllaner
Nock besuchten wir, konnten aber hier ebenfalls nicht fliegen sondern nur
wandern. Trotzdem beeindruckten mich
die mächtigen Berggipfel und die schroffe Natur der Alpen.
Fazit Wetter: ...darüber kann ich mich nun wirklich nicht beschweren -
sonst muss ich in Zukunft in der Karibik segeln gehen. ;-)
Da ich meine schöne Minimoa im Gepäck hatte, und diese zunächst nicht unbedingt
am Hang einfliegen wollte,
bat ich den Wirt des Glocknerhofs mir ein-zwei Schlepps bei dem von ihm
engagierten Fluglehrer am benachbarten
Modellflugplatz zu arrangieren. Enttäuschung machte sich breit, als ich die
Rückmeldung bekam, dass dies
aus "Überlastungsgründen" des Fluglehrers leider nicht möglich sei. Ich hätte
mich hier schon mindestens 3
Wochen vorher anmelden sollen. Der schale Eindruck bleibt, dass hier einfach
keiner Lust hatte mir zu helfen.
Denn der Lehrer war jeden Tag zwischen halb 10 und 12 Uhr am Platz - und hätte
sicherlich noch ein paar Minuten
Zeit für mich gehabt.... Fazit Glocknerhof Service: na ja - was soll ich sagen.
Lieblos eben.

Remo am Flugplatz Zell am See.

Und hier eine Tragschrauber Staffel aus Deutschland. Die Jungs
haben aber geschwitzt in ihren Skianzügen in der prallen Sonne! ;-)
Als wir den Heimweg antreten mussten, wollte ich
noch einen Abstecher über Zell am See und die Tannenalm machen.
In der berühmten Alpensegelflugschule Zell am See (Für alle die es nicht wissen:
Betr. manntragende Fliegerei!)
einmal einen Cappuchino zu trinken, war schon lange mein Plan. Und so sind wir
bei bestem Wetter hin und haben
bei einer gemütlichen Tasse dem Flugbetrieb dort zugesehen.
Interessant, aber mein erster flüchtiger Eindruck der Leute dort war: Dort
fliegen nur die "Besseren" - oder die, die
sich zumindest dafür halten.
Flughang der Tannenalm. Zwar klein aber dafür fein! Und ins
Hotelrestaurant ist es auch nicht weit! ;-)
Segler auf die Flitsche gepackt....
und schwupps - furt ist er.
Am späteren Nachmittag sind wir dann noch auf der Tannenalm im Zillertal
vorbeigeflitzt um dort für das nächste
Jahr ein Wochenende zu buchen. Denn frühe Anmeldung ist bei dieser
Modellfliegerpension Pflicht da hier viele
Interessenten auf wenige Zimmer stossen. Ein Manko, dass der Besitzer
schleunigst abstellen sollte und es auch
bereits in Form eines Anbaus tut. Mein Fazit zur Tannenalm: Sehr nette
sympathische Wirtsleute - eine Miniwiese
direkt vor dem Haus und viele viele Modelle in der Luft. Aber es soll ja auch
noch einen Hang weiter oben geben...
Nächstes Jahr Pfingsten wissen wir mehr!
Fazit des Urlaubs: Ich bin aber auch anspruchsvoll - pfui Oli, pfui!! ;-)
Der Schatz in Pilotenmontur - steht ihr
irgendwie die Fliegersonnenbrille. Danke für den aufregenden Urlaub!!!