Viele Schlepp-Piloten sind sich gerade
am Anfang ihrer "Karriere" unsicher welches Schleppseil sie verwenden sollten.
Hier gibt es unter den Modellbauern viele Meinungen, viele Gerüchte und
Falschinfos und daher auch viel Verwirrung.
Ich möchte euch aus meiner Erfahrung heraus ein Schleppseil zum ganz einfachen
Nachbau empfehlen, mit welchem
wir nun schon einige Saisons sehr erfolgreich schleppen.
Und das Beste: Die Zutaten kosten fast nix und es ist schnell gebaut und absolut
safe was Einfädeln angeht.
Hier mein kleiner Fotobericht:

Man nehme aus dem Baumarkt: Fliesen-/Pflasterleger Dehnfugenschaumstoffwürste
(Die dünnsten! Fachbegriff: Fugenfüllprofil) und 100m etwas dickere Maurerschnur.
Aus diesen Zutaten +
einigen modellbautypischen Komponenten bauen wir vier Seile à 25m Länge.
Kosten bis jetzt: 8,49 für die Schnur und 6,79 EUR für die
Fugenfüllprofilschläuche.

Zu Hause angekommen brauchen wir noch folgende Dinge:
- etwas Nylonschnur (ca. 1,2 - 1,5mm
Durchmesser)
- (etwas dünnes Stahlseil - kann auch durch Nylonschnur ersetzt werden)
- zwei Klemmhülsen pro Seil
- Sekundenkleber dünnflüssig
- PU Kleber (z.B. Belizell oder billiger: Uhu PU-Max - gibts auch im Baumarkt)
- (optional je einen kurzen Schrumpfschlauch pro Seilende - ist aber nur für die
Optik)

Als erstes nehme man ein scharfes Messer oder Skalpell und schneide in die
Schaumwurst einen bis ca. zur
Hälfte des Durchmessers reichenden Schlitz (nicht ganz durchschneiden!)

Danach fülle man in den Schlitz auf ganzer Länge ein ganz klein wenig PU Kleber.

Mit z.B. einem Pommesspieß drückt man nun die Maurerschnur in den Schlitz in der
Wurst.
Das Seil sollte auf der einen Seite noch ca. 10 - 15 cm herausschauen, auf der
anderen Seite ca. 24 m.
Die Wurst befindet sich später auf der Seite der Schleppmaschine und verhindert
dort zuverlässig, dass sich
das Seil z.B. im Höhenruder verklemmt. Das Abwerfen des Seils ist somit in jeder
Situation sicher gewährleistet!

Danach verklebt man den Schlitz mit etwas Tesa Krepp Band um zu verhindern, dass
der nun aufquellende
PU Kleber den Schlitz auseinanderdrückt.

Nun machen wir uns an die Schlaufe aus Nylonschnur, welche wir mit einer
Presshülse verbinden wie auf
den obigen Fotos dargestellt. Mit einem Seitenschneider und sanften Druck
lässt sich die Hülse wunderbar
verpressen....

Das Ergebnis sollte dann so aussehen.

Nun fädelt man den Schrumpfschlauch über das Seilende.....

... und verknotet dieses zweimal mit der Nylonschlaufe.

Danach Schrumpfschlauch locker drüberziehen....

... und den Knoten mit einem Tropen dünnflüssigen Sekundenkleber sichern.

Danach wird der Schrumpfschlauch vorsichtig zusammenhgeschrumpft und das
Ergebnis sieht so aus.

Hier messe ich gerade die 24m Seillänge von der Rolle ab, die dann später
Richtung Segler führen.

Beim Segler verwende ich gerne dünnes Stahlseil. Dieses hat zwar den Nachteil,
dass es keine Sollbruchstelle
darstellt, so wie die Nylonschnur, aber es hat dafür auch einen Vorteil: Gerade
bei den Schleppkupplungen der
Segler hat sich herausgestellt, dass diese die Nylonschnur schon nach kurzer
Zeit so schädigen, dass sie in der
Spitze reißt und dann wieder ausgewechselt werden muss. Stahlseil hat hier den
klaren Vorteil einer längeren
Lebensdauer. Wer aber kein Stahlseil hat, oder lieber 100% auf die Sicherheit
von zwei Sollbruchstellen im Seil
setzen will, der nehme sowohl bei der Schleppmaschinenseite als auch beim Segler
Nylonschnur!
Der Rest läuft wieder wie oben beschrieben mit Knoten im Seil, Schrumpfschlauch
und einem Tropfen Sekundenkleber.

Zum Aufwickeln eignet sich sicher die Originalrolle der Maurerschnur am besten,
da wir aber gleich vier Seile
mit einer Rolle anfertigen können, so habe ich hier eine alte Mentos-Rolle
verwendet. Mit einem Streifen Tesa Krepp
sichere ich das Seil auf der einen Seite, danach kann man munter draufloswickeln.

Nach ein paar Stunden ist auch der PU Kleber getrocknet und der Krepp kann
entfernt werden.
Das Ergebnis: Ein perfektes sicheres Schleppseil für unter 5.- EUR
Materialeinsatz pro Seil. Und die Bauzeit ist
auch überschaubar!