Schöner (Semi)Scale Segler gefällig
aber ihr wollt nicht so viel Kohle dafür ausgeben? OK, einerseits könnte
man nun sagen, dass die Chinesen inzwischen wunderschöne Billig-ARF Vögel auf
den Markt werfen.
Ich selbst besitze ja auch einen 2,66m Ventus Hangsegler mit nahezu
Vollausstattung für 139.- EUR von CMP.
Aber ich entgegne euch: Es ist nicht das selbe so eine ARF Kiste innerhalb von
wenigen Stunden zusammenzustecken,
als ein Modell wirklich im Schweiße seines Angesichts selbst zu bauen .... oder
.... und jetzt kommt meine Idee:
zu restaurieren!
So geschehen im Jahr 2006. Bei eBay konnte ich für 80.- EUR incl. Versand eine
ziemlich ramponierte B4 erstehen.
Eigentlich ein wunderschöner Klassiker am Hang und im Kunstflug. Hier ein Foto
des Originals:

Mit 3m Spannweite war das Modell für meine damaligen Ambitionen genau das
Richtige.
Wenige Tage später war die Kiste bei mir Zuhause und ich habe ausgepackt....

Nach dem Auspacken kam das zum Vorschein: Ein übel ramponierter
Segler mit der hässlichsten Pilotenpuppe, die mein Auge je erblickt hat! Die
Nase war abgeschnitten - Elektro!
Auch die Flächen waren stark angeschlagen und schlampig bebügelt.
Der Rumpflack war rissig und teilweise abgeschabt von vielen Landungen am Hang.
Also wurde begonnen, den Vogel auszunehmen. Alle Einbauten wurden entfernt, die
Folie der Flächen und Leitwerke
mühsam abgenommen und entsorgt. Der Lack vom Rumpf und die Folienreste auf den
Holztragflächen mussten
abgeschliffen werden.
Abnehmen der Folie mit dem Messer - das war eigentlich die meiste
Arbeit.
Die Aufkleber am Rumpf wurden entfernt, damit beim Schleifen das Papier nicht
verklebt.
Die alten Inneneinbauten mussten raus - es sollte ja ein Cockpit
rein.
Der Rumpf wird mit einem Deltaschleifer grob abgeschliffen.
Beim Abschleifen eine Überraschung: Der war schon mal originaler lackiert!
Sabi hilft mir beim entfernen der Folie von den Tragflächen.
In der Zwischenzeit hat sich Sabi dem Thema Pilotenpuppe angenommen.
Zuerst hatten wir beide keine Ahnung,
wo wir hier suchen sollten. Doch nach einer Recherche im Internet sind wir auf
die Firma Axels Scale Pilots aus
Rüsselsheim aufmerksam geworden (www.axels-scale-pilots.de). Herr Pfannmüller
hat mich Greenhorn damals
perfekt beraten und einige Wochen später kam dann ein wunderschöner
"Axel" im Maßstab 1:5 zu uns nach Haus.
Sabi bei der Suche nach einem gebührenden Ersatz....
.... für diesen hässlichen Gnom.
Unser neuer Mitbewohner: Axel von Pfannmüller.
Mein Job war es am PC originalgetreue Aufkleber für das Modell zu entwerfen. Für
diese Aufgabe habe ich mir
viele Fotos von Originalen aus dem Internet angesehen. Nebenbei wurde auch der
Einbau von Landeklappen
und eines festen Fahrwerks geplant. An ein Einziehfahrwerk, wie beim Original,
habe ich mich hier noch nicht
getraut. Macht auch keinen Sinn bei dem Maßstab.
Zunächst werden die Aufkleber auf Papier gedruckt und angepasst.
So in etwa sollen die Störklappen dann später in die Flächen eingebaut werden.
Im Bereich der Störklappen wurden die Rippen entsprechend ausgenommen.
So sieht dann das Endergebnis aus.
Ein Spornrad muss natürlich auch rein. Also das GFK ausgefräst ....
und schwupps: Schon ist ein kleines Rad eingebaut.
Das Hauptfahrwerk kommt rein.
Die Metallachse wurde leicht geknickt und mit Glasmatten mit dem Rumpf verklebt.
Eine neue Nase aus GFK entsteht...
und wird angepasst.
Leicht schräg nach unten soll die Schleppkupplung eingebaut werden.
Das GFK wurde in dem Bereich wieder entfernt.
Der Rest der Nase wird mit Bleikugeln und Harz ausgegossen.
Danach wird alles sauber mit dem Rumpf verklebt.
Die Nase wird angespachtelt.
So sieht die Verlegung der Anlenkung der Kupplung aus.
Fertig verschliffen sieht die Schnauze doch schon viel besser aus.
Die schlechte Anformung der Flächen wurde ebenfalls angespachtelt.
So wurden die Flächen angepasst.
Der Drehmechanismus für die Störklappen entsteht.
Aufgrund der Breite des Rumpfes musste er auf einen Rahmen gebaut werden.
Dicht gepackt die Servos für Höhe, Seite, Störklappen auf dem neuen Servobrett
In einer Art Schublade wird das Brett eingebaut und 2x verschraubt.
Dann können die LK zum ersten Mal getestet werden.
Und nun sind die Flächen fertig zum bespannen.
Mein Schatz bei der Hausarbeit: beim Bügeln. ;-)
Nach einem Bügelabend ist das Ergebnis vielversprechend.
Auch Höhe und Seite bekam neue Oracover verpasst.
Nun darf genossen werden. Das Modell wird zum ersten Mal aufgerüstet.
Weiter gehts: Eine Schablone für den Instrumenten-Pilz entsteht.
Nach dieser wird der Pilz aus Balsaholz gebaut.
Mit ein paar Instrumenten beklebt....
... und schon macht das Cockpit was her.
Für den Wartungszugang zur Mechanik wurde ein Klappe eingebaut.
Hier wird sie gerade mit Spachtel an die Kontur angepasst.
Danach wird der Rumpf wird mit gespritztem Füller lackiert.
und dann geschliffen und noch mal gefüllert.
Während der Füller trocknet widme ich mich der Haube.
Danach kann der Rumpf weiß lackiert werden.
Der rote Streifen am Heck wurde lackiert.
Das schweizer Kreuz und der Schriftzug sind dagegen geplottete Aufkleber.
Langsam wird es spannend. Wir sind auf der Zielgeraden.
Die Kennung wird aufgeklebt.
Wenn man bedenkt, wie der Rumpf noch kurz zuvor ausgesehen hat, dann ist das
doch wirklich ein tolles Ergebnis!
Axel darf schon mal probesitzen.
Ein Sitz aus einem Mascarpone-Becher entsteht.
Der Sitz wird angepasst....
und mit Schaumstoffstrieifen beklebt. Durch die Löcher soll später die Naht
verlaufen.
Sabi näht die Sitze....
während ich ein Servobrett für sie SK mit Glasfasermatte überziehe.
Es wird ein Platz für das Servo gesucht.
Fertig überzogenes Sperrholzbrett für Akku und SK-Servo.
Der Akku wird mit Gummis befestigt.
So soll das dann in die Spitze des Rumpfes.
Fertig! Nun muss natürlich sofort aufgerüstet werden.
Nicht nur Axel lächelt in diesem Moment so entspannt: Auch der Erbauer!
Draußen im Garten darf unsere Pilatus B4 danach zum Foto-Shooting antreten.
Für wenig Geld und mit ein wenig Mühe ist ein wunderschönes Semi-Scale Modell
entstanden.
Im Innenraum wurden noch Seitenpolster im Schweizer Rot und ein Satz Knüppel
ergänzt. Fertig ist der vorbildähnliche Cockpitausbau.
ZURÜCK!