Bau eines Ventus 2cx
(1:3) vom
Hersteller LET
Eines meiner absoluten Traummodelle schon seit vielen Jahren ist der 6m
Ventus von LET Model aus
Tschechien. Das Modell ist im Maßstab 1:3 weit vorgefertigt und wird in Voll
GFK/CFK Bauweise angeboten.
Der Kunde hat dabei die Möglichkeiten seinen Ventus individuell ausstatten
zu lassen.
So habe ich meinen Ventus im Oktober 2010 bei LET bestellt in der 2cx
Ausführung (18m mit Winglets im Original)
incl. gefedertem und gebremstem Scale-Fahrwerk, eingebauter Schleppkupplung,
integrierten Störklappen
und als besonderes Highlight mit Wassertanks in den Flächen, welche über
Servos im Flug geöffnet werden können.
Der Cockpitausbau sollte sich am Original orientieren, dem in Cham
stationierten Ventus 2cx D-1875.
Und das bekommt man zu Gesicht, wenn man den riesigen Karton
voller Zeitungspapier öffnet und die wertvollen Teile herausholt.
6m feinstes Scale-Segelflugzeug in Voll-CFK/GFK Bauweise.
Ende Februar 2011 war es dann endlich soweit. Der Ventus wurde angekündigt,
vorab bequem per Auslandsüberweisung bezahlt
und machte sich auf die Reise direkt vom Hersteller in den Bayerischen Wald.
Meine Erfahrung in der Kommunikation mit LET war
hervorragend. Ich wurde mehrfach während der Produktionszeit per eMail auf
den aktuellen Stand gebracht und Herr Lasovský kümmerte
sich auch um Spedition und Verpackung. Alternativ hätte ich das Modell auch
direkt Vor-Ort abholen können. Doch aufgrund der langen
Anfahrt (LET ist an der polnischen Grenze zu Hause) entschied ich mich dann
doch für den Versand.
Was ich nach dem Auspacken in Händen hielt übertraf sogar noch meine hohen
Erwartungen. Das Modell ist in einer Perfektion
gebaut und verarbeitet, welche ich mir selbst nie zutrauen würde. Feinste
Nähte an Rumpf und Flächen, absolut makellose Oberflächen
und Spaltmaße von denen mancher nur träumen kann. (mich eingeschlossen beim
Selbstbau!) Hier ein paar Fotos:

Nachdem die Folie entfernt wird, bekomme ich einen fast
fertig gebauten Segler zu sehen.
Der massive aber leichte Kohlefaserverbinder für die Tragflächensteckung.
Das Cockpit wurde wunschgemäß und in nahezu Full-Scale-Qualität
ausgebaut.
Vorbildgetreuer Öffnungsmechanismus für die Cockpithaube.

Beim Öffnen der Haube klappt sogar der Instrumentenpilz automatisch nach
oben.
Der Sitz wurde mit antrazitfarbenem Alcantara überzogen und abgesteppt.

Das neue Gerät muss natürlich auch gleich von Mochi inspiziert werden.
Blick auf das fertig eingebaute Einziehfahrwerk....
... und auf den Instrumentenpilz.
An der Seitenleitwerksflosse sind Tek-Düse und Pitotrohr angedeutet.
Im Inneren ist bereits alles für das HR-Servo vorberietet.
Sogar eine Schutzhaube aus Stoff für das Cockpit ist im Lieferumfang.
Ein Highlight ist das Fahrwerk, hier im ausgebauten Zustand.
Es ist gefedert, gebremst und fährt vorbildgetreu aus. Die Klappen sind
bereits ausgeschnitten und professionell anscharniert.
Nachdem alles sorgfältig und mit großer Freude inspiziert worden war, konnte
mit dem Aufbau begonnen werden. Ich habe als erstes
das Fahrwerk mit zwei Servos ausgestattet:

Ein 10kg Hightec-Digitalservo auf 180 Grafd programmiert übernimmt den
Ausfahrvorgang.
Bei der Bremse verwendete ich ein preisgünstiges MG Digi-Servo mit 10 kg
Kraft.
Aus dünnem Stahldraht wurden zwei Haken für den Gummizug der
Fahrwerksklappen gefertigt.
Dann wurden die Klappen für das AFT19 Turbo von Florian Schambeck
anscharniert. Hier konnten ganz normale Ruderscharniere verwendet werden.

Nach einigem Gefummle, Geschleife und Flüchen passen die Klappen nun
einwandfrei und öffnen und schließen sehr passgenau.
Auch in den Außenflügeln sitzt ein Servo. Ich habe mich für die grauen
MPX-Stecker als Verbindung entschieden. Hier sieht man den Einbau kurz vor
dem Einharzen. Die Stecknadel verhindert ein
Hineinrutschen des Steckers in die Fläche, während sie zur Verklebung
zusammengeschoben werden. Nach dem Aushärten zieht man die beiden Flächen
einfach wieder auseinander.
Die TEK- und Pitotattrappe konnte natürlich nicht so bleiben. Ich habe sie
durch eine funktionsfähige Variante der TEK-Düse ersetzt.
Insgesamt werden für den Ventus 15 Servos benötigt. Ich verwendete für die
Flächen hauptsächlich die neuen Graupner Digi-Servos
DES 567 MG mit knapp 7 kg Stellkraft bei 6 Volt Spannung. Nur bei den beiden
Ventilöffnern kamen preiswerte Hitec HS-82 MG mit
ca. 2,4 kg Stellkraft zum Einsatz. Wichtig ist, dass die Servos nicht viel
dicker als 12mm sind, um noch problemlos verbaut werden
zu können. Um die 10 Flächenservos liegend verbauen zu können, habe ich von
Graupner passende Halterungen mitbestellt.
Diese passen auch für die Hitec-Servos und wurden mit 5min Epoxi einfach
eingeklebt. Das hält hervorragend, wenn man die
Kunststoffbauteile vorab grob anschleift. In den bereits passgenau in den
Flächen integrierten stabilen GFK-Servoboxen wurde
von LET Abreißgewebe verbaut, so dass hier nicht geschliffen werden musste.
Ein weiterer Pluspunkt!
Ein Servograb.... :-( Hier die Flächenservos und HR / SR.
Begonnen habe ich mit den Ventilöffnern. Ich schütze die Oberfläche vor dem
Verkleben mit Kreppband.
Zuerst wurden die Servos mit den bereits in den Flächen verlegten
hochwertigen Kabeln verlötet und dann mit den Halterungen eingeklebt. Mit M3
Gewindestangen, entsprechenden Gabelköpfen....
.... und den passenden Graupner Augenschrauben war die Anlenkung dann
schnell perfekt.
Die passenden Servoabdeckungen aus dünnem GFK sind bereits dabei und fügen
sich nahtlos und ohne aufzutragen in die Flächen ein. (hier nur testweise
fixiert mit Tape)

Das HR-Servo wird verlötet und anschließend eingebaut.
Die Beschriftung wurde von mir selbst angefertigt und orientiert sich am
Original.
Das Höhenruder, sehr leicht und doch stabil, wird hier zum ersten Mal am
Rumpf montiert.
Der Vogel wird hier zum ersten Mal aufgerüstet, nachdem die 10 Servos in den
Flächen versenkt waren.
Mit den montierten Außenflächen passt er gerade so diagnonal in meine
Werkstatt.
Meine Idee zur HR-Anlenkung. Stabil und absolut spielfrei.

Letzter Schritt an diesem ersten Bauwochenende: Das Programmieren und
Einjustieren.
Klar dass Werkstatt-Kitten Mochi mich bei keinem Bauschritt aus den Augen
lässt! :-)
Es geht weiter:
Einbau des Pitot-Rohrs von Jeti.
Wie beim Original: TEK Düse und funktionsfähiges Pitot-Rohr für die
Geschwindkeitsmessung IAS.
Einbau der Anlage und Programmierung des Seglers.
So verschwindet der Kabelwust im Rumpf. Die Kabel werden in Spiralschläuche
zusammengefasst. Denn ich hasse nichts mehr als Kabelsalat in meinen
Flugzeugen.
Kabel und Luftschlauchstrang ins Heck des Ventus.
Einbau des Schleppkupplungsservos oben in der Rumpfspitze.
Zugtest bestanden. Die Kupplung löst sauber aus. Dank 10 kg Servo kein Thema!
Erste Gedankenspiele zum Einbau der vier Akkus in die Nase des Ventus.
Anprobe: Die Sitzschale passt noch!
Einpassen einer Schablone aus Papier für das Akkubrett, welches es
anzufertigen gilt.
Und schon passt die Sache. Das Akkubrett kann eingeharzt werden.
Aufgeräumtes Innenleben. Die Ausbauten sind abgeschlossen.
Das Auswiegen des Modells steht an. Ich habe mich dazu auf die Terasse
bequemt. Die Werkstatt ist eingedeutig zu kein für den Riesen-Vogel. 260
Gramm Blei müssen noch in die Nase.
Das Gesamtabfluggewicht ohne Klapptriebwerk, aber schon mit den Akkus und
dem Blei in der Nase beträgt also genau 13 kg. Das ist nicht eben ein
Leichtgewicht, aber noch völlig im grünen Bereich.
Fertig! Das LET Ventus Projekt ist abgeschlossen!
Die Streckung des Vogels ist schon beeindruckend.
Auch die Verarbeitung der Voll-GFK/CFK Flächen ist vom feinsten.
Nun warten wir auf besseres Wetter und einen funktionsfähigen Swisstrainer
von Benni und Siggi als Schlepper.....
.... dann kanns zum
Erstflug gehen.
Noch ein Hinweis zum
Schluss: Als Klapptriebwerk ist das Schambeck AFT19 X Turbo vorgesehen. Die
Klappen wurden hierfür ja bereits
vorbereitet. Auch die 10S Antriebsakkus 5000mAh sind schon in Position.
Fehlt also nur mehr das KTW.
Es soll sobald sich mein Hobby-Sparschwein wieder etwas gefüllt hat noch
heuer nachgerüstet werden. Auch dann gibt es selbstverständlich
wieder einen Einbaubericht hier auf thermikgeil.de.
Zurück!