Viele Modellbauer verzichten beim Bau
von (Semi)Scale Seglern auf den Einbau von Schiebefenstern
in den Cockpithauben. Leider muss man sagen, denn die kleinen und preiswert im
Seglerzubehörhandel
zu bekommenden Fensterchen, geben dem Modell erst den richtigen Kick.
Wahrscheinlich hat man Angst
die Cockpithaube zu verunstalten bzw. meint hier eine größere Baustelle vor sich
zu haben.
Dabei ist der Einbau gar kein Hexenwerk und geht locker in einer Baustunde über
die Bühne.
Hier mein kleiner Fotobericht mit meiner Vorgehensweise bei dem Problem:
Das hier bekommt, wer sich für ca. 5 EUR ein solches Fenster
kauft..
Nach dem Austrennen der Einzelteile werden diese entgratet....
... und danach in dieser Form erst mal locker auf den Tisch gelegt.
Man lege sich das Fenster samt Schienen so zurecht, als würde man innen
im Flieger sitzen! (Schiebeknubbel
am Fenster schauen einen an!) Die Aussparung in den Schienen zum Aushängen des
Fensters und der jeweils
etwas dünner auslaufende Teil der Schienen muss jeweils in Flugrichtung
betrachtet vorne (Richtung Nase des
Seglers) liegen.
Dann wird, ohne das ganze zu verschieben, von hinten ein Tesa-Krepp Band
aufgeklebt.
Das Konstrukt wird umgedreht....
Und an der richtigen Stelle von innen an die Cockpithaube geklebt.
Dann werden erst mal die vier Löcher (0,8mm Bohrer) ganz rechts und mittig
gebohrt. Vorsicht, nicht das Schiebefenster durchbohren, sondern nur die Führung!
Vor dem Borhren noch mal darauf achten, dass die Führungsschienen auch plan
aufliegen und das Fensterchen jeweils sauber in der Nut liegt!
Mit einem spitzen Skalpell als "Drill-Bohrer" werden die Löcher ein wenig
trichterförmig aufgeschabt, so dass die Senkköpfe der Schrauben nachher plan
liegen.
Mit Hilfe einer Pinzette platziere ich die kleinen Schrauben ....
und drehe sie mit einem Uhrmacherschraubendreher vorsichtig ein.
Achtung: Nicht zu viel Kraftaufwand beim Schrauben. Diese winzigen
Messingschrauben brechen leicht ab!
Wenn die hinteren vier Punkte mit Schrauben fixiert wurden, kann der Tesa Krepp
abgenommen werden und
das Fensterchen vorsichtig nach vorn geschoben werden. Damit prüfe ich
noch mal die Passgenauigkeit und
bohre dann die vorderen zwei Löcher auch noch.
Was dann kommt erscheint erst mal kriminell: Mit einer Diamantscheibe im Dremel
schneide ich weiter innen als später im Endstadium vorgesehen mit vier Schnitten
erst mal ein Rechteck aus dem Kunststoff der Kabinenhaube.
Ungefähr so sollte das dann aussehen.
Mit einem kleinen Schleifkopf arbeite ich mich anschließend vorsichtig weiter
Richtung Schienen und forme die Ecken leicht rund.
Hier nicht zu weit vorarbeiten! Denn den letzten Millimeter....
... macht man vorsichtig mit der Handfeile (Rundfeile für die Ecken!)
Dabei bleibt immer noch ein feiner Grat auf beiden Seiten des Fensters stehen.
Den entferne ich ganz sachte mit einem scharfen Skalpell.
Das Endergebnis kann sich sehen lassen....
... und hebt den Scale bzw. Semiscale Anspruch dieses 5,33m DuoDiscus noch ein
wenig mehr hervor.
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Der Aufwand beschränkte sich für beide Fenster auf ca. 1 Stunde. Mit etwas Übung
gelingt euch das sicher auch!