+++ Burda-Piper Schleppmaschine+++ 
 

Im Sommer 2010 bekam ich im Tausch von meinem Fliegerfreund Günther eine wunderschöne Burda-Piper
in meinen Hangar überstellt. Es war bereits ein ZG22 Motor wunderbar eingebaut und eine Abgasanlage
von Friedl installiert. Also hatte ich zunächst nur die Servos einzubauen und erst mal zu fliegen.....


Erst mal testen ob der Vogel auch fliegt. Der ZG springt am besten an, wenn man einen E-Starter benutzt.


Der Motor läuft - es kann los gehen. Die Tests fanden übringens in Zell statt.


Das Banner ist angehängt. Wir wollen die Piper ja etwas fordern.


Burda Piper beim Runup bereit zum Start.


Erstaunlich was trotz des kleinen Motors und des rel. hohen Gewichts mit der Maschine fliegbar ist.




Doch mit dieser Motorisierung war eben auch nicht viel mehr möglich als ein Scale-Flug oder leichter Kunst-
flug. Für die wahre Bestimmung - den Seglerschlepp - musste ein stärkerer Motor her. Und diesen fand
ich diesmal in Form des DLA-56 in China....


Hier ist noch der alte ZG22 Motor installiert


Der nagelneue DLA-56 liegt bereit zum Einbau.


Aber wie bekommt man diesen genau mittig zentriert installiert? Meine Idee sieht zwar komisch aus, funzt aber super, wenn man alleine bauen muss. ;-)


Der Motor wurde einfach oben aufgestellt und mit der Haube sauber ausgerichtet. Dann Haube vorsichtig weg und Löcher anzeichnen.


Und schon sitzt der neue Motor an seinem Platz.


Nun, da der Krümmer von Krumscheid und der passende Topfschalldämpfer da ist, geht es wieder weiter:


Der Krümmer musste vor der 90 Grad Biegung noch mal etwas gekürzt werden, damit er perfekt unter der Haube verschwindet. Mit dem integrierten Wellschlauch können
dann noch kleinere Anpassungen vorgenommen werden, so dass der Topfdämpfer nun komplett im Rumpf verschwinden kann.


Hier sieht man den Topfdämpfer. Er wurde im Rumpf eine Etage tiefer gelegt und wird später mit einem dünnen Sperrholzbrett vom Rumpfinnenraum getrennt. Der kurze weiße
Teflonschlauch stellt die Verbindung mit dem Krumscheid Krümmer her. Mittels zweier Metallklammern wird das Zwischenstück gesichert und abgedichtet.
Die hier noch sichtbaren zwei runden Bohrungen im Rumpfboden wurden später mit Balsaholz verschlossen. Somit wird die Luft, die vorne in der Motorhaube eintritt
gezwungen zuerst den Motor zu kühlen, um dann dicht über den Auspuff zu strömen.



Die beiden Auslassrohre wurden etwas gekürzt, damit sie nicht mit dem Fahrwerk in Konflikt geraten. Die warme Luft strömt aus den hier sichtbaren vier Löchern beim
Fahrwerk aus dem Rumpf aus. Die hier weiter oben noch sichtbaren alten Entlüftungslöcher wurden, wie gesagt, verschlossen.



So sieht die Einbausituation im fertigen Zustand aus. Der Tank wurde weich auf Schaumstoff gelagert auf dem Sperrholzbrett
fixiert. darunter befindet sich der Topfdämpfer. Alles verschwindet sauber im Rumpfinneren und beinflusst somit nicht das
Gesamtbild der Maschine.

Die Piper ist inzwischen schon mehrfach erfolgreich geflogen. Durch den nahezu gleich schweren Motor, musste am
Schwerpunkt rein gar nichts verändert werden. Allein der vierzellige Zündakku (Eneloop) wurde vorne neben dem Tank
montiert. Die Zündung selbst befindet sich direkt  hinter dem Brandspant wo früher der alte Dämpfer installiert war.
Für relativ wenig finanziellen Einsatz konnte ich somit eine leistungsfähige und robuste Schleppmaschine in Betrieb nehmen,
die mit kleinen und mittleren Seglern bis 5m Spannweite und 10 kg problemlos fertig werden sollte.


Von den ersten Starts her bin ich mit dem DLA 56 Motor sehr zufrieden. Ich hatte bislang noch keinen Motor in meinen
Händen, der so problemlos das tat, für was er gebaut wurde. Zunächst musste der Tank etwas mit Druck beaufschlagt werden,
damit die Vergasermembran feucht wurde und Sprit angesaugt wurde. Danach waren es noch drei Schläge mit geschlossenem
Choke bis er die ersten Huster von sich gab. Choke auf, einmal schlagen und schon lief er, als hätte er nie etwas anderes
getan. Der Vergaser war bereits perfekt eingestellt. Ich musste weder bei L noch bei H einen Hauch ändern. Gas wird sofort
und ohne Verschlucken agressiv angenommen. Und auch längeres tuckern im Leerlauf mit anschließendem Vollgasstoß bringt
den Motor nicht im Geringsten aus der Ruhe. Beindruckt war ich auch von der Laufkultur. Ein Schütteln, wie bei manch anderem
neuen Einzylindermotor war kaum spürbar. Nun, nachdem der Motor schon ca. 2 l Sprit durch hat, merkt man, dass man das
Gemisch einen Tick magerer einstellen kann.

Die Leistung in der Maschine ist enorm. So sind senkrechte Steigflüge mit der montierten 22x8er Menz kein Problem und schon
6m Startstrecke reichen der Piper um abzuheben. Dank der eher geringen Steigung der gewählten Luftschraube hat das
Flugzeug zwar einen enormen Antritt, wird aber in der Luft selbst bei Vollgas nicht allzuschnell. Ideal für F-Schlepps!

Nun gilt es Langzeiterfahrungen mit dem Motor zu sammeln und ihn im rauen Schleppalltag der Bewährungsprobe zu unterziehen.


 

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