Ich kann gar nicht genau sagen, wie
viele Jahre der Baukasten der ASW 27 von S2G in Günthers Keller rumlungerte.
Aber meine Ansage war eindeutig: Entweder du baust das Ding noch 2009 oder du
musst es mir an Weihnachten verkaufen. ;-)
Und so war ein Anfang gemacht und
das Ziel das 4m Modell bis Gnas fertig zu bringen war gesteckt.
Es wurde zwar knapp - aber eine Woche vor unserer Abfahrt konnte dann der
Erstflug in Kleinwiesen erfolgen.
Und auch in Gnas war der Segler fleißig im Einsatz und machte Pilot und
Zuschauer viel Freude. Die Schlepps von
Günther hinter meiner Remo waren von Anfang an aller erste Sahne. Großes
Kompliment an den Piloten!
Und in Gnas ist ihm dann dank ausgeliehenem Vario sogar ein erster Thermikflug
gelungen.
In diesem kleinen Baubericht, der jetzt im Herbst 09 eigentlich erst nach den
ersten Flügen losgeht, soll es
nicht unbedingt darum gehen, wie Günther den Grundaufbau des Modells gemeistert
hat, sondern hauptsächlich
um die Feinarbeiten, die wir gemeinsam diesen Winter durchführen möchten,
nämlich Lackieren, Finish,
Innenausbau und Cockpit-/Scaledetails.
Hier folgen die ersten Bilder vom "Programmier- und EWD-Einstell-Abend" und vom
ersten Flug in Kleinwiesen:

Ein Anfang ist gemacht. Das
Modell steht fertig aufgebaut in der Werkstatt. Stolz begutachten wir das Werk
nach Programmierung, EWD-Einstellung und Vermessung
des Schwerpunkts. Die hier zu sehenden Aufkleber wurden von mir wie immer in
Corel entwickelt und sollen nach der endgültigen Lackierung erneut aufgeklebt
werden.
Dafür wurden sie gleich 2x geplottet. Das Cockpit ist hier noch völlig
unausgebaut. Die mitgelieferte Haube und der Rahmen sollen im Laufe des Projekts
durch selbst
angefertigte, wirklich passende Komponenten incl. der Scale-Klappmechanik
ausgetauscht werden. Auch die Winglets, sie S2G hier mitliefert sind keineswegs
akzeptabel
und werden ebenfalls durch Scale-Bauteile von Blue Airlines ersetzt.

Günther bei den letzten
Anpassungsarbeiten an der Haube. Diese besteht aus billigen
Spritzkunststoffteilen und passt überhaupt nicht auf den Rumpf.
Aber für die ersten Flüge taugt das Teil.

Unser Vorstand, "El
Presidente" Hermann Greiler unterstützt uns vor dem ersten Flug mit Tat und Rat.

Günthers Nervosität war aber
völlig unbegründet. Das Modell flog nach geringen Trimmkorrekturen perfekt.
(Sorry für das schlechte Handycam-Bildmaterial hier!)
Update vom 20.11.09
Nachdem die Einflug- und
Schnupperphase mit dem neuen Segler bei Günther ein voller Erfolg war -
ich erinnere mich nur mit leichter Gänsehaut an unsere genialen abendlichen
Synchronplatzüberflüge mit Duo
und ASW in Kleinwiesen - und nun sowieso der Winter vor der Tür steht, ist es an
der Zeit dem Segler etwas
mehr Scale-Aussehen beizubringen.
Das notwendige Material für so eine Aktion: Glasschlauch,
Kohlerovings ....
.... und etwa 100 Gramm eingedicktes Harz.
Und nachdem das notwendige Material alles bereit lag, fanden sich am besagten
Freitag Abend vier
bastelhungrige Männer in Günthers Werkstatt ein, als da waren: Norbert, Adi,
Günther und meine Wenigkeit.
Unsere erste Aufgabe an dem Projekt: Vernichten des alten, hässlichen ABS
Kabinenhauben-Cockpit-
verschnitts, und Anfertigen eines professionell laminierten Haubenrahmens.
Aus dem alten ABS Teil wird ein Teil der neuen Kabinenhaube.
Hier die neue "Verglasung des Cockpits. Das Rödel Teil sollte auch bei uns
passen.
Aus Resten der neuen Verglasung und Tesafilm entstand eine Art
Schalung in der wir das Harz/Glasgemisch dann später einfüllen. Dadurch dass die
Dicke der späteren
Verglasung hier bereits durch die Restestreifen berücksichtigt ist, sollten wir
nach dem Entformen und Verkleben mit der Kabinenverglasung einen perfekten
Übergang
zwischen Haube und Rumpf ohne Tiefensprung erreichen. Um ein Verkleben des
Harzes mit dem Rumpf zu vermeiden, wurde vorher alles abgeklebt und eingefettet.
(Wachs war grad keines aufzutreiben)
Adi und ich bei der Arbeit: Hier füllen wir gerade eine Mumpe
eingedicktes Harz mit Hilfe einer Spritze in unseren Kanal.
In den neuen Haubenrahmen haben wir den vorhandenen Instrumentenpilz und die für
die 27 so
charakteristischen Seitenwangen gleich wieder mit einlaminiert. Später soll über
den Rahmen dann eine
niegelnagelneue Cockpitverglasung gezogen werden. Diese hatte Günther bereits
bei Rödel organisiert.
Recherche im Internet, wie das denn beim Original aussieht. In
meiner Hand bereits das fast fertig Teil der Instrumentenbrettabdeckung mit den
Seitenwangen.
Dieses soll gleich mit unserem neuen Rahmen einlaminiert werden.
Fröhliche Männerrunde beim Harzen. Nur Günther fehlt hier. Einer
musste ja den Auslöser drücken.
Norbert schleift unser ABS Teil fertig....
.... ich mische Harz an und tränke Rovings.....
.... und Adi pinselt alles in Form.
Dass wir an dem Abend nicht nur bastelhungrig waren, hat Günthers Frau
Martha natürlich sofort gecheckt
und uns mit leckeren Pizzasemmeln und Weißbier königlich versorgt....da kommen
wir natürlich gerne
wieder!
Nach getaner Arbeit gönnt man sich Marthas berühmte Pizzasemmel, Weizen und eine
Erholungszigarette.
Alles verklebt und sauber in Form. Entspannung, nach einer Stunde des hektischen
Laminierens. Na hoffentlich klappt dann das entformen! ;-)
Und hier schon einige Gedankenspiele zum Scale-Klappmechanismus
der Haube. Hier haben wir uns ein spezielles Scharnier von Ernst Reiff besorgt.
Dieses sollte es uns eigentlich ermöglichen am nächsten Bauabend, die Haube auch
aufklappbar zu gestalten. Eben ganz wie beim Original.
Update vom 26.11.09
Um den Klappmechanismus vor dem
Einbau perfekt anpassen zu können, und damit wir uns etwas drunter
vorstellen können, hat Günther als nächstes ein 1:1 Schablone des Systems aus
dünnem Sperrholz
erstellt. Dadurch konnten wir sehr genau den späteren Montagepunkt im
Seglerrumpf festlegen.
'
Günther Idee: Eine Schablone um
Montagepunkt und Spanten genau festlegen zu können.

Und so sieht der Einbau im Seglerrumpf dann aus.
Und von vorn. Die Haube klappt wie beim Original auf und rastet ein.
Durch zwei stabile
Pappelsperrholzspanten mit einem rechteckigen Ausschnitt konnte der dem
Spezialscharnier
beliegende Aluvierkantklotz verdrehsteif eingeharzt werden. Durch den
Steckmechanismus des Scharniers
ist es sogar möglich, die Haube durch einfaches Ziehen komplett zu entfernen.
Unser Fazit: Das Bauteil von
Ernst Reiff ist zwar sicherlich kein 5.- EUR Schnäppchen, aber sowohl die
Einfachheit des Einbaus als auch
Funktionalität und Qualität haben uns voll überzeugt.
Das Ergebnis überzeugt. Die Haube rastet in mehreren Stellungen
sauber ein. Danach haben wir Lunker und Übergänge noch sauber verspachtelt und
alles fein verschliffen.
Leider ohne Fotos verliefen die nächsten Arbeiten: Eine 1:4 Sitzschale
aus ABS von Gromotec wurde
entsprechend der Original-Form der ASW27 mit Balsa und Spachtelmasse angepasst,
danach alles sauber
verschliffen. Im Rumpf wurde Fahrwerk und Servos soweit wieder ausgebaut und
alles entsprechend
abgeklebt. Danach haben wir noch den Rumpf innen, die Haube und die Sitzschale
mit antrazitfarbenem
mattem Sprühlack aus der Dose gespritzt und alles zum Trocknen aufgestellt.
Mit dem Ergebnis sind wir sehr
zufrieden....
Weiter gehts:

Beim nächsten Bauabend trafen uns Günther und ich in meiner
Werkstatt. Diesmal wurde die Kabinenverglasung verklebt. Verwendet haben wir
PU-Kleber.
Während unseres Lackierwochenendes in Cham im Januar 2010, wurde auch die
ASW gleich mit lackiert.
Hier einige Aufnahmen der Arbeiten:

Unsere höhenverstellbare Halterung für die Lackierung.
Die abgeklebte Kabinenhaube.

Oli lackiert, Norbert steht mit drohend erhobenem Zeigefinger
daneben. "Wehe du lackierst mir eine Nase, Junge!" scheint er in seine Maske zu
sagen. ;-)

Doch das Ergebis ist im wahrsten Sinne des Wortes "glänzend".

Nachdem der Lack trocken ist, wird ausgepackt. Für mich immer die schönste
Arbeit. Blick von vorn mit fertiger Haube.

Noch schaut er ein wenig skeptisch, der Besitzer. Passt die Haube auch?

Aber nun scheint er richtig glücklich zu sein. Das Ergebnis ist perfekt. Ein
weiterer wunderschöner Scale-Segler entsteht - soviel können wir jetzt schon
sagen....
Nach etwas längerer Pause ging es
Mitte April 2010 endlich wieder weiter mit der ASW 27 von Günther.
Ein Cockpitbauabend war angesagt. Und so wurde bis fast Mitternacht fleißig
gewerkelt. Das Ergebnis
kann sich (wie bei Günther üblich) sehen lassen:

Die Bedienhebel für Störklappen und Ausklinkmechanismus sowie das
Mikrofon entstehen.

Das Instrumentenpanel während der Ferrtigstellung.

Günther @ work.

Geschafft: Unser Probe-Axel macht es sich im neuen Cockpit der
ASW27 bequem.