+++ Eigenbauprojekt Aello +++ 
 

29. Juni 2008 - AELLO is airborne

Auch der motorisierte Flug (hier Elektro) hat es uns Segelfliegern manchmal angetan. Wenn man aber, wie ich, manchmal die Nase von all den chinesischen ARF Modellen voll hat, muss man sich eben eines selbst bauen.

 
Virtuell vor Baubeginn....                                                                                                                                                                                       ...und in der Realität auf der Runway: Unser Aello!

Und wenn schon, dann natürlich von Grund auf. Also machten sich zwei verrückte Modellbauer (Stefan als Designer und ich als Konstrukteur und Pilot - auch genannt "Team Bad-Wing-Production") im Winter 07/08 auf um Neuland für uns beide zu betreten: Wir wollten unser eigenes Flugzeug am PC per 3D-CAD entwerfen, am Simulator (Aerofly Pro Deluxe) testen und feintunen, und dann in klassischer Holzbauweise bauen. Heute können wir stolz verkünden, dass unser Projekt ein voller Erfolg ist! Nach mehreren härteren Landungen (jaja, man sollte keinen Verzug im Heckleitwerk einbauen und genügend Angstblei in die Spitze packen) ist unser Aello nun schon zum 4. mal erfolgreich gestartet und gelandet.

Das Modell basiert auf einem neuartigen Doppelknickflügel, der ihm hervorragende Flugstabilität um die Längsachse verleit (da kam dann der Segler im Konstrukteur durch) mit dem braven Clark Y Profil, hat ca. 1,40m Spannweite bei ca. 1,2 kg Abfluggewicht.
Wir haben sie im Moment mit einem preiswerten Robby Roxxy BL Outrunner bestückt, gesteuert von einem 40A Low-Cost Regler. Der Saft kommt aus einem 3S Akku 4000mAh Kokam 30C. Damit sind Flugzeiten von bis zu 15 min drin.
Das Modell wird über 2 Querruderservos, Höhe, Seite (gekoppelt mit Heckfahrwerk) gesteuert. Als kleinen Gag haben wir noch einen Außentankabwurfmechanismus und ein Anti-Collission-Light integriert.

 
Stefan vom Team BWP beim Preflight-Check                                                                                                                                                Startklar in Zell (Hinten sieht man schon die neue Hütte)

Der Bodenstart ist kein Problem. Trotz des relativ schwachbrüstigen Motors kommt das Modell schnell in Fahrt und hebt ganz brav nach ca. 15-20m ab. In der Luft steuert sie sich ruhig und sehr angenehm. Die Fluggeschwindigkeit ist aufgrund des Profils und des bremsenden Ölkühlers scalemäßig langsam. Fast anfängertauglich, dieser kleine Warbird. Auch Kunstflug ist möglich. Turns und Loopings sind die Paradedisziplin. Problematischer sind Rollen. Hier wirkt sich der Doppelknickflügel zu sehr stabilisierend aus. Doch dieser Nachteil verwandelt sich beim Kurvenflug sehr schnell in einen Vorteil. Denn da liegt sie auch bei langsamer Fluggeschwindigkeit satt in der Luft. Beim Anstechen aus größerer Höhe pfeift der kleine Vogel wie eine echte "Stuka" und kommt dann im tiefen schnellen Überflug über den Platz. Einfach herrlich!
Die Landungen verlaufen zahm, wenn sie denn auf der befestigten Piste erfolgen: Im Moment kämpft das Team noch mit der Neigung zu Purzelbäumen bei Landungen auf der Graspiste.

In Planung ist daher das Fahrwerk noch etwas weiter nach vorne zu bringen, und eventuell den Motor noch durch eine etwas leistungsfähigere Version zu tauschen.

Ich kann allen jetzt Interessierten nur raten: Baut einfach mal euer eigenes Ding! Das Gefühl, wenn das Modell dann wirklich in der Luft ist, kann man gar nicht beschreiben! Jubelschreie incl.

Hier noch 3 Videos des Modells (leider nur mit Handy aufgenommen - daher eher pixelig und klein):

Video1
Video2
Video3

Hinweis: Ihr braucht den Apple Quicktime Player zum Ansehen!

  
  

Vier Fotos vor dem endgültigen Finish vor dem ersten Testflug und unten ein Screenshot aus der CAD Entwurfsphase. (Tragflächen noch ohne richtiges Profil)

 
Einige Fotos von der Bauphase.

 

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