Mrz 15

Doppeldeckereigenbau “Hol’s der Teufel”

++ 2008 – Doppeldeckereigenbau +++ Meine Reise in die gute alte Pionierzeit der Fliegerei.

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Meine persönliche Erfahrung mit dieser ganz speziellen Art zu fliegen begann, als mir mein Vereinskumpel Franz einen alten Doppeldecker schenkte, der bei ihm wohl schon seit 20 Jahren am Speicher rumgammelte. Er meinte, er hätte den nur ca. 1,5m spannenden Vogel damals selbst kontruiert und “frei Schnauze” in Holz gebaut. Also ohne manntragendes Vorbild. Der aktuelle Zustand war natürlich jämmerlich, trotzdem habe ich mich mit Begeisterung dran gemacht um dem Oldie wieder Leben einzuhauchen.

Folgende Teile wurden durch mich noch ergänzt:

- Motor ASP 4-Takt ca. 10ccm mit Tank – Servos (2x Graupner 5077 für Höhe/Seite, 1x GWS 200MG für Gas und 1x ACT XT-59450BB/MG DIGITAL für Quer) – Fahrwerk Eigenbau aus GFK – Finish im schwarz/silbernem “Flamedesign” und Stahlseil-Verspannung der Tragflächen – Rauchpatronen-System (fernzündbar)

Alles in Allem eigentlich ein sehr preiswertes Modell, insbesondere, da ich den nagelneuen Motor mitsamt Auspuff, Holzluftschraube, Retro-Spinner, Glüheinrichtung und Motoraufhängung für nur ca. 50 Eur bei eBay ersteigern konnte.  Das Antriebsverfahren kleinerer Modelle mittels Nitro-Methanolmotoren scheint wirklich langsam auszusterben. :-( Doch bei so einem Modell gehört der Sound eines 4-Takters einfach mit dazu. Ölschmiererei hin oder her!

 

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Hier zwei Werkstattfotos beim Aufbringen der Flame-Design Aufkleber. Vorher wurde der Rumpf schwarz lackiert. Pilot “Manfred v. Richthofen” sitzt auch schon im Cockpit. ;-)

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Historisch wertvolle Aufnahmen: Kurz vor dem Start zum Erstflug…
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…und hier beim Überflug mit aktiver Rauchanlage.

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Startklar im Herbstlaub zum ersten Mal am Platz.

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Gut unterhalb des Fahrwerks zu erkennen: die Rauchpatrone.

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Der Start ist geglückt.

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Das Flugbild ein Traum.

Dann kam der berühmte Moment: Modell mit voll gezogenem Höhenruder (damit er nicht auf die Nase geht) langsam auf die Startbahn rollen lassen. Nach ein zwei gefahrenen Testrunden Gas voll rein und schon nach wenigen Metern hebt er sein Heck. Höhenruder leicht ziehen und ein paar Meter weiter ist er frei. Auf den leichten Seitenwind reagiert er indem er seine Nase in den Wind dreht, was aber mit Seitenrudereinsatz sehr einfach zu handeln ist. Zügig, scalelike und nicht zu schnell erklimmt er die Sicherheitshöhe. Getrimmt werden muss nur ein bisschen auf dem Höhenruder. Das Zeichen dafür, dass die Konstruktion die Jahre auf dem Speicher verzugsfrei überstanden hat. Insgesamt fühle ich mich sofort vertraut mit dem Modell. Keinerlei Zicken, auch im jetzt langsamen Flug mit 3/4 Gas. Das Modell wird selbst mit Vollgas nicht sehr schnell, nimmt man das Gas raus, verliert es schnell an Fahrt. Der große Wiederstand der beiden Flächen und des “Sternmotors” machen sich bemerkbar. Nach einigen Überflügen setzte ich zur Landung an. Das Gas lasse ich bis zuletzt auf etwa halb stehen. Dann setzt er wunderschön auf dem Haupt- fahrwerk auf und senkt danach wie das Original sein Heck auf die Piste. Nur beim Ausrollen Vorsicht: Das Flugzeug neigt dazu kurz vor Stillstand auf seine Nase zu kippen. Ich schalte daher per Dual-Rate das Höhenruder kurz nach dem Aufsetzen auf max. Ausschlag und ziehe voll durch. Dann bleibt er stehen, wie man das erwartet. Beim zweiten und dritten Flug probiere ich dann noch etwas Kunstflug aus. Loopings, Immelmänner und Turns mag er richtig gerne. Die Rolle ist dagegen weniger sein Fall. Sieht eher wie eine Fassrolle aus und kostet Höhe. Und alle anderen Manöver verbieten sich bei so einem historischen Modell sowieso schon aufgrund der fehlenden Motorpower, die die Originale ja auch nicht hatten.

Aber das schönste mit “Hol’s der Teufel” ist der ruhige Scaleflug und die laaaaangsamen und tiiiiiefen Überflüge. Und damit ihr das auch in bewegten Bildern sehen könnt, hat mein Schlepp-Partner und “Kameramann” Stefan den Erstflug in Bild und Ton festgehalten. Zu finden auf RCMovie HIER!

Und jetzt geht’s ab in die warme Werkstatt. Die Projekte für die Saison 09 wollen gebaut werden! ;-)

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Tiefer langsamer Überflug im herbstlichen Zell. Ein Genuss für Auge und Ohr! Der 4-Takter stellt sozusagen die perfekte Motorisierung dar.

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Mrz 14

ILA 2004 in Berlin

+++ ILA 2004 – Futter für meine Kamera +++  Mein erster Besuch auf der ILA war, trotz zeitweiligem Regens, ein wirkliches Erlebnis. Angefangen bei riesigen amerikanischen Transportmaschinen, über lautstarke Kampfjets und Helis, bis hin zu der für mich nicht minder interessanten zivilen Luftfahrt war alles im Übermaß vertreten. So habe ich an den zwei Tagen fast 1000 Fotos geschossen. Nur einen kleinen Teil davon möchte ich euch hier kurz vorstellen:

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Nur zeitweise war das Wetter an den beiden ILA Tagen so schön. Macht nix: Die EADS Eurofighter Gummibärchen schmecken trotzdem.

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Dani im Cockpit des damals nagelneuen Eurofighters.

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Zwei geile Mustangs, die später auch in Formation eine super Show ablieferten.

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Ach wie romantisch!!!

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Ein damals nagelneuer – und ziemlich langer – Airbus A340 – 600.

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Da schlägt mein Oldtimer-Herz höher. Eine alte Klemm. Der Besitzer klärte mich auf, dass er nach schon nach einer Stunde Flug die Ventile und Stössel des alten Sternmotors nachölen muss. Ein eher gemütliches Fliegen also.

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Nochmal ein richtiger Oldie im Static Display. Hier eine Messerschmitt M-17. Ist sie nicht schön?

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Ihr meint es handelt sich um einen Fieseler Storch? Falsch! Es ist ein UL Nachbau eines Storchs. Das Flugzeug hier fliegt noch langsamer als das Original. Gegen den Wind gestellt, konnte der Pilot im Flug seinen Storch richtiggehend “einparken”.

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Eines meiner Lieblingsflugzeuge – eine Lancair 360 beim Rollout.

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Beindruckendes russisches Kampfgerät aus dem zweiten Weltkrieg. Eine Yak 3M. Geflogen wurde das Teil übrigens von einer nicht minder scharfen Blondine….. ;-)

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Eine Maschine der französischen Kunstflugstaffel: Alpha Jet.

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Familie Eichhorn mit ihren beiden AT-6 war auch dabei.

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Eine Stemme S10 flog für das ZDF um Luftaufnahmen von der Show zu machen. Ein sehr eleganter Motorsegler bei dem die Schnauze nach vorn fährt um den Prop freizugeben.

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Mein Lieblingsflugzeug hier mit Dieselmotor. Auf der ILA 2004 wurde diese Robin mit einem Motor basierend auf dem Mercedes A-Klasse Diesel vorgestellt.

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Nein, keine Messerschmitt Taifun, sondern eine Saab SF91 Safir des Flugschule der Deutschen Lufthansa.

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DC3 “Rosinenbomber” mit dem auch Rundflüge angeboten wurden.

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Genau wie mit der guten alten Tante Ju. (Ju-52)

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Ein nagelneues Dornier Flugboot.

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Leichter B-25 WW2 Bomber der Amerikaner – hier wieder auf Hochglanz poliert vorgestellt von den Flying Bulls.

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Corsair ebenfalls von den Flying Bulls.

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Der Arsch einer Mirage – das reimt sich sogar…. :-) Böse dieser Hintern, oder?

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So sieht er von außen aus, der Awacs der Nato….

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…. und so siehts drinnen aus.

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Ein Warzenschwein….. A10 Warthog der amerikanischen Luftwaffemit 20mm Kanone.

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Eine deutsche Polizistin darf auch mal reinkraxeln ins Cockpit einer F-15.

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F-16 – immer noch optisch der schönste Kampfjet – darf man das bei einem Kampfjet überhaupt sagen: schön??

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Blick ins Cockpit des nagelneuen NH90 Transporthubschraubers der Bundeswehr.

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Einer der elegantesten Airliner, der je gebaut wurde. Die Super-Conny der Breitling-Stiftung beim Runup vor dem Start.

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Die frisch restaurierte Do-24 auf ihrer Weltumrundungstour.

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Das beliebteste Schleppflugzeug unter uns Modellbauern ….hier im Original: Eine Wilga

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Auch ein einsames Segelflugzeug wurde auf der ILA 2004 präsentiert.

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Wer kennt sie nicht? Eine Ettrich Taube hier im Original Nachbau vorgeflogen.

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Ein mir unbekanntes sehr altes Muster.

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Die Briten führten ihren Harrier im Schwebeflug vor. Ein Augen- und Ohrenschmaus.

Stempe Formation

Stampe Formation.

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Kleine Jungs werden von den Piloten schon mal heiß gemacht

 

Mrz 13

Segelflug am Monte Baldo in Italien

+++ Juli 2006 – Segeln am Lago di Garda in Italien +++Im Juli 2006 waren wir mit meiner Familie, wie schon viele Male vorher, wieder Pfingsten zu Gast am Gardasee. Doch dieses Mal hatten wir nicht nur unsere Mountainbikes mit im Gepäck, sondern auch noch meinen damals brandneuen Blue Cello von BlueAirlines. Nachdem ich schon ab dem Frühling 06 mit dem Segeln angefangen hatte – damals noch mit einem Easyglider Elektro – war dieses Modell mein erster richtiger Leistungs-Elektrosegler. Das Gerät hatte 3m Spannweite und war mit GFK Rumpf und Styro-Abachi Tragflächen ausgestattet. Ein echtes High-Light! Hatte ich mir doch für das Modell ein Kontronik Drive Set 600 zugelegt und einen, damals noch extrem teuren – 5S Lipo Akku. Mit dieser Ausstattung ging der Cello ab wie ein Hotliner, ließ sich aber trotz des relativ hohen Gewichts sehr angenehm segeln. Kurzum: Damals war dies mein größtes und rein ausstattungstechnisch auf aufwendigstes Modell und ich war Stolz wie Oskar.

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Anstehen beim Warten auf unsere Gondel zum Monte Baldo Gipfel

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Oben angekommen machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Plätzchen

Also musste er mich unbedingt nach Italien begleiten. Im Internet auf RC-Network hatte ich im Hangflugführer ein Ziel ausgesucht, auf dem der Segler zum ersten Mal so richtig getestet werden sollte: Der Monte Baldo. Der Erstflug fand kurz davor auf einer heimischen Wiese statt. Meine Erfahrung damals in Bezug auf dieses Modell und auch auf das Segeln in richtiger alpiner Thermik waren dementsprechend fast gleich Null. Man kann sich vorstellen, wie aufgeregt ich also war.

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Im Gespräch mit den Nürnberger Modellfliegern

 

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Nach einer Pause wird also aufgerüstet.

Einen Tag vor dem Einsatz sollte der Segler auf der Terrasse der Ferienwohnung noch getestet werden. Werkzeug und Ersatzteile hatte ich dummerweise keine mitgenommen. Und so kam was kommen musste: Durch einen dummen Handlingfehler lief der Motor kurz an und dadurch wurde der Aeronaut Klapp-Prop abrasiert. Glücklicherweise war mein Bruder gerade auf dem Weg von Dänemark zu uns und hat sich breit schlagen lassen einen Umweg über ein Modellbaugeschäft zu machen. So konnte es also doch noch zu meinem ersten Flug am Monte Baldo kommen. :-)

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Der erste Start – ihm folgte ein traumhafter 1 Stunden-Flug bei dem das Modell nur eine Richtung kannte: Nach oben!

Am nächsten Tag also ins Auto und nach Malcesine gefahren. Dann rein in die Gondel und rauf auf den Berg. Meine Freundin Sabi war mit dabei. Oben angekommen war ich zunächst sehr angetan von den großartigen Landemöglichkeiten: Überall große barrierefreie Wiesen ohne allzuviele Steine. Nur verdammt viele Touristen waren unterwegs, was mich damals anhand meiner ungewissen Flugkünste doch etwas nervös machte. Nach langem Überlegen und ganz laaaangsamen Aufrüsten des Modells sollte es endlich losgehen. Alle Funktionen noch mal gründlich gecheckt – und mit einem beherzten Wurf wurde der Cello in Richtung seeabgewandte Seite rausgeworden. Wie sich schnell herausstellte, waren meine Ängste völlig unbegründet. Und ich durfte zum ersten Mal das erleben, zu dem erfahrene Seglerpiloten einfach nur “Hammerthermik”  sagen. Das Flugzeug wollte einfach nur nach oben. Ein Abbauen der Höhe (damals traute ich mich noch nicht Kunstflug mit dem Modell zu machen) war nur durch regelmäßigen Einsatz der Flaps möglich. Und so dauerte der erste eher zaghafte aber doch ungemein begeisternde Flug am Monte Baldo fast 1 Stunde.

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Winzig klein – kaum zu erkennen: Der Cello in der Thermik

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Volle Konzentration in den ersten Minuten. Später wurde ich entspannter. ;-)

 

Ich muss fast sagen: Das war der beste Flug meines bisherigen Modellflieger-Lebens! Viele Leute standen minutenlang dabei und begeisterten sich für den kleinen Segler. Unter anderem habe ich an  dem Tag  auch einen sehr sympathischen Nürnberger Modellflieger kennen gelernt – der nachdem er sich ausführlich mit mir unterhalten  hatte, sehr bedauerte nicht auch ein Modell mitgebracht zu haben. Sabi und ich lagen im Gras in der Sonne, schleckten Eis
und ich segelte, was das Material her gab. Ein fast schon paradiesischer Augenblick. Zwei Landeanflüge brauchte ich dann, bis ich – mit Ansage von Sabi – zwischen mehreren Gruppen von Wanderern und Touristen sanft auf der Wiese aufsetzen konnte.

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In der Mitte des Bildes kann man den Cello in der Thermik über dem Tal kreisen sehen. Auf der Seeseite war dagegen kein Aufwind.

Nach einer Pause sollte noch ein zweiter Akku dran glauben. Ich wollte diesmal die andere Seite des Bergrückens testen, musste aber schnell feststellen, dass hier wohl aufgrund des kühlen Sees und der diesigen Luft keine rechte Thermik entstehen konnte. Also wurde wieder auf die andere Seite gewechselt. Den Motor brauchte ich in all der Zeit nur für die  beiden Starts. Denn sobald man etwas weiter in Richtung Tal flog, griff sich der Schlauch wie eine unsichtbare Hand das Modell und hob es sanft aber stetig nach oben. Eine für mich damals völlig neue und aufregende Tatsache.

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Bereit zum nächsten Start.

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Sabi bringt Verpflegung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als diesmal die erste Landung wegen einer Gruppe Touristen abgebrochen werden musste, brauchte ich die Hilfe des Motors, da das Modell dank der Butterfly-Störklappen schon recht langsam und tief war. Also Motor auf Vollgas und wieder rausziehen. Doch was für ein Schreck: Der Propeller samt Spinner und Montierung löste sich und flog in weitem Bogen davon. Mit der Situation damals völlig überfordert, versuchte ich das Modell in einem Bogen noch mal zur Landestelle zu ziehen. Leider waren weder Geschwindigkeit und Höhe ausreichend vorhanden und so kam es unvermittelt zum Strömungsabriss. Was mit dem gewohnten Easyglider noch problemlos handlebar gewesen wäre, führte mit dem doch vergleichsweise schweren Cello zur Katastrophe. Das Modell trudelte kurz und schlug dann 100m hangabwärts auf harten Felsen auf. Das schlimme war für mich damals nicht nur der Verlust des geliebten Modells, sondern hauptsächlich auch die peinliche Situation – hatten doch einige Spaziergänger den Absturz mitverfolgen können. Als ich aber dann nach kurzer Klettertour die Absturzstelle erreichte, fand ich das Modell vergleichsweise nur leicht beschädigt vor. Zwar war die Rumpfröhre im hinteren Bereich abgebrochen, doch den beiden Flächen fehlte gar nichts. Auch die elektronischen Komponenten waren nicht beschädigt, wie sich später herausstellte. Wir haben dann die Teile gemeinsam eingesammelt und nach langer Suche auch den Prop gefunden.

Fazit dieses Flugtags: Einfach nur genial – auch wenn der Ausgang nicht wirklich als Happy-End zu bezeichnen ist. Den Spott meines Bruders könnt ihr euch aber vorstellen, oder? ;-)

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Auf der Heimreise nach Deutschland machten wir mit der Familie auf meinen Wunsch hin noch einen Zwischenstopp auf der Seiser Alm. Leider spielte dort das Wetter nicht mit und so mussten wir nach einer teuren Gondelfahrt und  Brotzeit unverrichteter Dinge abbrechen. Doch ich sollte wieder kommen…

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Optmistisch geht’s zur Seiser Alm.

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Verheißungsvolles Wetter an der Talstation

 

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Aber hier sieht man schon die ersten Vorboten des nahenden Unwetters. Ein paar harmlose Wölkchen.

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Schon während der Auffahrt verdunkelte sich plötzlich der Himmel.

 

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Wehmütiger Blick zur Startstelle. Auf einen Flug musste leider verzichtet werden.
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Und so mussten wir unverrichteter Dinge wieder abbrechen.

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Mrz 12

März 2013 – Besuch am Flugplatz Oberschleißheim

Mitte März ist ja das Wetter meist in unseren Breiten noch nicht so weit stabil, dass man mit den im Winter vorbereiteten Modellen auf den Flugplatz stürmen kann. Selbst wenn der Schnee dann im Bayerischen Wald endlich mal weggetaut ist, so dauert es trotzdem noch einige Zeit, bis man die aufgeweichten Bahnen und Wühlmaus-zerstörten Rollfelder wieder sinnvoll nutzen kann. Aber was tun, wenn alle Modelle gebaut bzw. gewartet sind, aber es trotzdem nicht aufhören will in den Fingern zu jucken? Dann ist Ablenkung gefragt! Ein Besuch im Museum vielleicht? Genau! Wir haben uns für die ausgelagerte Fluggeschichtliche Sammlung des Deutschen Museums München entschieden und haben dem Flugplatz Oberschleißheim einen Besuch abgestattet.

Der alte Flugplatz Oberschleißheim ist zu einem lebendigen Museum geworden. Ein Teil der Sammlung “Fliegerei” des Deutschen Museums München hat mit der neuen Halle (links im Bild) ein würdiges und geräumiges Zuhause gefunden. Auch in den alten Hangars (rechts) sind viele Flugzeuge ausgestellt.

Werkstatt

In der gläsernen Werkstatt des Museums wird gerade die ausgemusterte Attas des DLR aufgehübscht.

Seit Anfang der 90iger Jahre die ehrwürdigen Hallen des ältesten Flugplatzes Deutschlands restauriert und um eine neue Halle ergänzt wurden, hat das Deutsche Museum hier nahe der Oberschleißheimer Schlösser einen wichtigen Teil seiner Sammlung ausgelagert. Auf den Museumsinseln im Herzen Münchens war einfach kein Platz mehr um die hier naturgemäß meist sperrigen Ausstellungsstücke angemessen zu präsentieren.

Kranich

Ein Meilenstein der Segelflugzeugentwicklung ist der Kranich. Er stellt den ersten in größerer Stückzahl produzierten Doppelsitzer dar und revolutionierte dadurch die Schulung, welche vorher hauptsächlich mit SG-38 ähnlichen Fluggeräten absolviert wurde. (Gleiter mit einem Sitzplatz)

Die Ausstellung zeigt einen Mix von Fluggeräten aller Art, von den Anfängen Otto Lilienthals bis zu modernen Kampfjets und Helikoptern. Thematisch hängen aber fast alle Objekte mit der Geschichte der bayerischen Fluggeräteentwicklung hauptsächlich rund um München zusammen. So bekommt der Besucher einen tiefen Einblick in die wechselvolle Geschichte des Flugplatzes Oberschleißheim und die rund um München ansässigen Erfinder und Tüftler, Ingenieure und Konzerne, die sich um den Flugzeugbau verdient gemacht haben.

Standard-Gleiter

Pionier der allerersten Stunde: Otto Lilienthal und sein Standard Flugapparat. In einem Film wird auf seine Verdienste noch näher eingegangen.

Doch auch ausländische Fabrikate gibt es zu bestaunen, so zum Beispiel eine tschechische Cmelak oder einen russischen Agrarhelikopter. Auf zwei Ebenen kann sich der Besucher den Objekten nähern und bekommt teils spannende Einblicke in das Innenleben geboten. Doch lassen wir am besten einige Bilder sprechen. Ich klammere aber bewusst den großen militärischen Teil der Sammlung etwas aus, damit wir uns dem eigentlichen Thema dieses Blogs widmen, nämlich dem (Modell)-Segelflug.

Olympia Meise

Die Olympia Meise war der Versuch einen “Standard”-Segler zu konstruieren, der für die Olympischen Spiele 1940 als faire Grundlage für alle teilnehmenden Sportler dienen sollte. Leider hat sich die Disziplin “Segelflug” nie durchgesetzt.

Hier findet ihr weitere Infos zur Flugwerft, solltet ihr auch mal einen Besuch planen:
http://www.deutsches-museum.de/flugwerft/information/

Grunau Baby

Das weltbekannte Grunau Baby. Dieses einsitzige Segelflugzeug war in sehr vielen Vereinen Deutschlands und der Welt im Einsatz, da es einfach und kostengünstig herzustellen war und für damalige Verhältnisse einen guten Trainer darstellte.

Raab Motorkrähe

Fritz Raab aus Gauting bei München leistete mit seinen Entwicklungen einen wertvollen Beitrag um dem einfachen Mann das Fliegen zu ermöglichen. Diese etwas unkonventionell anmutende Motorkrähe wurde als Bausatz angeboten.

Goevier

Eine der wenigen noch erhaltenen Goevier (Gö-4) ist ebenfalls im Museum zu finden. Das doppelsitzige Segelflugzeug aus der Entwicklung von Wolf Hirth und Wolfgang Hütter war revolutionär aufgrund der Sitzanordnung der Piloten nebeneinander.

Milan

Ein Münchner Original stellt der Milan (Mü-10) der Akaflieg München dar. Entwickelt wurde er maßgeblich von Egon Scheibe, der mit seinen späteren Entwürfen noch weltbekannt wurde. Der Milan ist das erste Segelflugzeug mit Stahlrohrrumpf.

Flächenbau Cirrus

Auch solche Einblicke gewährt die Flugwerft Schleißheim: Der Tragflächenbau eines Segelflugzeugs, wie er auch heute noch in etwa so praktiziert wird.

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Hier gezeigt beim Standard Cirrus. Bei dem etwa älteren Modell wurde noch mit Glasfaserkunststoff und Sperrholz als Stützstoff gearbeitet.

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Flächenaufbau des Standard Cirrus im Detail.

Horten IV

Ein Highlight der Sammlung aus Segelfliegersicht stellt der wunderschön restaurierte Horten IV dar.

OS320

Diesen Kolbenmotor kennt jedes flugbegeisterte Kind. Es handelt sich um einen Klassiker der Sportfliegerei: der Lycoming IO-360, (hier BJ 1979) geht als Langhuber auf die Entwicklung Anfang der 50iger Jahre zurück und hilft noch heute (fast) jeder 2. Sportmaschine der Echo-Klasse in die Luft. Ja. mit solchen Oldies fliegen wir tatsächlich heute noch.

DoubleWasp

Ebenfalls ein amerikanischer Klassiker, aber ganz anderer Dimension ist der Double Wasp (auch Twin Wasp genannt) von der Firma Pratt & Whitney (Bj. 1950).

Cmelak

Auch die Osteuropäer wussten schöne Sternis zu bauen – hier verpackt in einer tschechischen Cmelak Agrarflugmaschine. Dieses archaische Flugzeug ist als Schlepper auch sehr beliebt auf vielen Modellflugplätzen.

Cessna 195

Ein eleganter Oldtimer aus der goldenen Ära der Fliegerei ist diese auf Hochglanz polierte Cessna 195. Einfach nur wunderschön!

Monsun

Welcher Modellpilot kennt sie nicht, die Graupner Monsun. Hier das Vorbild, die Bo-209 vom Hersteller Bölkow. Ein zweisitziger Ganzmetalltiefdecker für Reise- und Kunstflug.

Lancair

Für mich eines der elegantesten und schönsten Flugzeuge der Welt: Die Lancair IV, entwickelt als Kit-Plane vom Amerikaner Lance Neibauer in moderner Kohlefaserverbundbauweise. Weiter Infos zum Bau und der interessanten Reise dieses Ausstellungsstücks, gibt es hier: http://www.colorfulglobe.com

 

Storch

Ein bisschen älter ist dieses gute Stück. Aber nicht minder spannend: Der mit einem hängend verbauten 8-Zylinder Motor ausgestattete Fieseler Storch war das erste STOL Flugzeug überhaupt. Er konnte dank seiner Auslegung auf fast jedem Acker starten und landen und bei ein wenig Gegenwind regelrecht in der Luft “einparken”. Möglich macht das sein langbeiniges Fahrwerk und die speziellen Tragflächen.

Beaver

Einmal aufmachen bitte! Diese Beaver gibt uns interessante Einblicke in ihr Innenleben.

Doppeldecker

Dieses rostige Stück Schrott war einmal ein stolzer Ausbildungsdoppeldecker der deutschen Luftwaffe – das war bevor er in den Starnberger See gestürzt ist. Solche “Gerippe” sind aber gerade für uns Modellbauer interessant, da sie Einblicke in die Konstruktionsweise bieten.

Phantom

Zum Abschluss: Es ist schon beeindruckend wie klein man vor einem Brummer, wie der Phantom wirkt. ;-)

 

Mrz 11

Hallo Thermikjäger!

Habt ihr meinen Blog schon vermisst? ;-) Leider wurde ich Opfer eines Hacking-Angriffs auf meine alte Website – mit der Folge, dass ich die Inhalte komplett löschen musste.

Nachdem ich mich aber schon länger mit dem Gedanken getragen habe, die Site komplett auf neue (moderne) CMS-Füße zu stellen, ist nun der richtige Moment gekommen. Der neue Blog wird gleich mit WordPress aufgebaut – so wie sich das heutzutage gehört.

Langsam werde ich hier sowohl die alten Inhalte wieder einfüllen – als auch neue hinzufügen. Denn es hat sich wieder einiges getan in der Szene und ich habe eine Menge neues Material für euch gesammelt.

Was bleibt ist: Mein Blog wird weiterhin komplett werbefrei sein. Da ich alle Arbeiten in meiner Freizeit erledigen muss, hoffe ich, dass ihr etwas Geduld mit mir habt.

Euer (thermikgeiler) Oliver

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