++ 2008 – Doppeldeckereigenbau +++ Meine Reise in die gute alte Pionierzeit der Fliegerei.
Meine persönliche Erfahrung mit dieser ganz speziellen Art zu fliegen begann, als mir mein Vereinskumpel Franz einen alten Doppeldecker schenkte, der bei ihm wohl schon seit 20 Jahren am Speicher rumgammelte. Er meinte, er hätte den nur ca. 1,5m spannenden Vogel damals selbst kontruiert und “frei Schnauze” in Holz gebaut. Also ohne manntragendes Vorbild. Der aktuelle Zustand war natürlich jämmerlich, trotzdem habe ich mich mit Begeisterung dran gemacht um dem Oldie wieder Leben einzuhauchen.
Folgende Teile wurden durch mich noch ergänzt:
- Motor ASP 4-Takt ca. 10ccm mit Tank – Servos (2x Graupner 5077 für Höhe/Seite, 1x GWS 200MG für Gas und 1x ACT XT-59450BB/MG DIGITAL für Quer) – Fahrwerk Eigenbau aus GFK – Finish im schwarz/silbernem “Flamedesign” und Stahlseil-Verspannung der Tragflächen – Rauchpatronen-System (fernzündbar)
Alles in Allem eigentlich ein sehr preiswertes Modell, insbesondere, da ich den nagelneuen Motor mitsamt Auspuff, Holzluftschraube, Retro-Spinner, Glüheinrichtung und Motoraufhängung für nur ca. 50 Eur bei eBay ersteigern konnte. Das Antriebsverfahren kleinerer Modelle mittels Nitro-Methanolmotoren scheint wirklich langsam auszusterben.
Doch bei so einem Modell gehört der Sound eines 4-Takters einfach mit dazu. Ölschmiererei hin oder her!

Hier zwei Werkstattfotos beim Aufbringen der Flame-Design Aufkleber. Vorher wurde der Rumpf schwarz lackiert. Pilot “Manfred v. Richthofen” sitzt auch schon im Cockpit. ![]()


- Historisch wertvolle Aufnahmen: Kurz vor dem Start zum Erstflug…

…und hier beim Überflug mit aktiver Rauchanlage.

Startklar im Herbstlaub zum ersten Mal am Platz.

Gut unterhalb des Fahrwerks zu erkennen: die Rauchpatrone.

Der Start ist geglückt.

Das Flugbild ein Traum.
Dann kam der berühmte Moment: Modell mit voll gezogenem Höhenruder (damit er nicht auf die Nase geht) langsam auf die Startbahn rollen lassen. Nach ein zwei gefahrenen Testrunden Gas voll rein und schon nach wenigen Metern hebt er sein Heck. Höhenruder leicht ziehen und ein paar Meter weiter ist er frei. Auf den leichten Seitenwind reagiert er indem er seine Nase in den Wind dreht, was aber mit Seitenrudereinsatz sehr einfach zu handeln ist. Zügig, scalelike und nicht zu schnell erklimmt er die Sicherheitshöhe. Getrimmt werden muss nur ein bisschen auf dem Höhenruder. Das Zeichen dafür, dass die Konstruktion die Jahre auf dem Speicher verzugsfrei überstanden hat. Insgesamt fühle ich mich sofort vertraut mit dem Modell. Keinerlei Zicken, auch im jetzt langsamen Flug mit 3/4 Gas. Das Modell wird selbst mit Vollgas nicht sehr schnell, nimmt man das Gas raus, verliert es schnell an Fahrt. Der große Wiederstand der beiden Flächen und des “Sternmotors” machen sich bemerkbar. Nach einigen Überflügen setzte ich zur Landung an. Das Gas lasse ich bis zuletzt auf etwa halb stehen. Dann setzt er wunderschön auf dem Haupt- fahrwerk auf und senkt danach wie das Original sein Heck auf die Piste. Nur beim Ausrollen Vorsicht: Das Flugzeug neigt dazu kurz vor Stillstand auf seine Nase zu kippen. Ich schalte daher per Dual-Rate das Höhenruder kurz nach dem Aufsetzen auf max. Ausschlag und ziehe voll durch. Dann bleibt er stehen, wie man das erwartet. Beim zweiten und dritten Flug probiere ich dann noch etwas Kunstflug aus. Loopings, Immelmänner und Turns mag er richtig gerne. Die Rolle ist dagegen weniger sein Fall. Sieht eher wie eine Fassrolle aus und kostet Höhe. Und alle anderen Manöver verbieten sich bei so einem historischen Modell sowieso schon aufgrund der fehlenden Motorpower, die die Originale ja auch nicht hatten.
Aber das schönste mit “Hol’s der Teufel” ist der ruhige Scaleflug und die laaaaangsamen und tiiiiiefen Überflüge. Und damit ihr das auch in bewegten Bildern sehen könnt, hat mein Schlepp-Partner und “Kameramann” Stefan den Erstflug in Bild und Ton festgehalten. Zu finden auf RCMovie HIER!
Und jetzt geht’s ab in die warme Werkstatt. Die Projekte für die Saison 09 wollen gebaut werden!

Tiefer langsamer Überflug im herbstlichen Zell. Ein Genuss für Auge und Ohr! Der 4-Takter stellt sozusagen die perfekte Motorisierung dar.
























































































